Gelesen|WHEN WE WERE ALIVE – C.J. FISHER

Ein paar Worte vorab: Ich wäre selbst nie auf die Idee gekommen mir dieses Buch zu kaufen. Ich hätte es nicht auf dem Schirm gehabt – es wäre nie in meine engere oder auch nur weitere Auswahl gekommen. Umso dankbarer bin ich, dass sich dieses Buch in meinem Päckchen unseres diesjährigen Bücherwichtelns befand.

Ausgewählt hat das Buch Sophia (schaut gerne mal bei ihr vorbei: https://www.instagram.com/pfirsichfuchs_liest/) und ich habe dann auch ziemlich schnell angefangen darin zu lesen, denn die empfehlenden Worte auf der beiliegenden Postkarte in Verbindung mit dem Klappentext haben in mir ein großes Interesse and diesem Buch geweckt.

Worum geht es?

When we first met Bobby, he is a shy, 12-year-old magician who falls in love with his best friend.

William is consumed with self-hate and drinks to escape the memories of his father’s sadness and his mothers death.

Myles is writing letter to a mother he has never met.

Three different people from three different times each explore the dark side of relationships, search for beauty in sadness and try to bear the burden of guilt from living in a world powerless to fix.

Meine Meinung zum Buch

Für mich war es am Anfang nicht ganz so einfach in das Buch hinein zu finden, da ich schon länger keine englischsprachige Literatur gelesen hatte. Nach ein paar Kapiteln Eingewöhnungszeit viel mir das Lesen dann schon deutlich leichter und ich machte mir nicht mehr so viele Gedanken darüber, ob ich auch wirklich jede Feinheit des Textes verstehen würde. Es ist nämlich so, dass ich nicht besonders regelmäßig englische Bücher lese, obwohl ich die Sprache wahnsinnig gerne mag.

Die einzelnen Leseabschnitte sind für sich und in sich schon super interessant. Ich durfte viele über die Gedankenwelt und die Wahrnehmung der Lebensrealität der einzelnen Charaktere lernen. Nach jedem Kapitel wechselt dann sowohl der Erzähler als auch der Zeitabschnitt. Was über weite Abschnitte des Buches sehr willkürlich wirkt, ergibt zum Ende hin perfekt Sinn. Einige der Zusammenhänge auch nach Ende des Buches noch ein Rätsel sind, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass dies durch die Autorin gewollt ist.

Die sprachliche Gestaltung des Buches trug für mich enorm zum Lesegenuss bei und ich habe die vielen wunderschön gewählten und formulierten Sätze sehr genossen. Dadurch, dass ich nicht in meiner Muttersprache gelesen habe, besteht die Möglichkeit, dass mir einige der Schönheiten entgangen sind, dennoch habe ich die, die ich erkennen konnte sehr gefeiert!

Ich habe es geliebt gemeinsam mit den Charakteren zu fühlen. Zu lachen und zu weinen. Zu erleben wie Beziehung beginnen, scheitern, zerbrechen. C.J. Fisher ermöglicht uns Einblicke in die dunklen Seiten von Beziehungen. Sie romantisiert nicht und mal die Dinge nicht schöner als sie sind. Zu lesen wie Menschen Schönheit in Traurigkeit suchen und versuchen in einer Welt zu leben, die sie nicht heilen können und die sie nicht heilen kann, war ein wunderbares Leseerlebnis.

Lieblingszitate

Es gab einige Sätze, die ich auch außerhalb des Kontexts des Buches mehr als wunderschön finde und diese möchte ich hier gerne mit euch teilen.

My life has been fairly short but it’s still the most time I’ve ever spent doing anything, so it has a lot of details.

Der Protagonist, der Briefe an eine Mutter schreibt, die er nie kennenlernen konnte beendet seine Briefe mit ‚potential last line for a novel‘:

Potential last lines for a novel:

And so they were nowhere, closest to everywhere.I began in reverse.

Und dann sind da noch diese feinen und kleinen aber dennoch wahnsinnig kraftvollen Wahrheiten:

People are always so different at being the same.

Und dann ist da aufkeimende Hoffnung aus dem was geschieht ausbrechen zu können:

The same thing happened every day, it was true, but he liked the possibility that one day it wouldn’t and one day it didn’t.

Mein Fazit

Einige von euch haben bereits die Abwesenheit des klassischen Sterne-Bewertungssystems bemerkt und ich möchte es euch eigentlich wirklich nicht vorenthalten. Aber mein kleiner Blog steht noch ganz am Anfang und die etwas besondere Umsetzung dieser Bewertung, die ich mir vorgenommen haben, wird für mich noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Bis dahin lasse ich euch in klassischen Bewertungseinheiten an meinem Gesamteindruck teilhaben.

Ich habe ‚When we were alive‘ super gerne gelesen auch wenn es nicht immer ganz einfach war, aber gerade das hatte auch etwas Schönes, wenn man die Thematik des Buches bedenkt. Die sprachliche Gestaltung war für mich ein wahres Fest und einige der Zitate spuken nach wie vor in meinem Kopf herum, weil sie so unfassbar schön sind.

Insgesamt bewerte ich das Buch mit 4 von 5 Bewertungseinheiten.

Eine Empfehlung für jeden, der sich nicht vor der englischen Sprache fürchtet und keine Scheu hat auch mal ein unbequemes Buch zu lesen, dass nicht die typische harmonische Seite von Beziehung, sondern deren dunkle Seite und die Unvollkommenheit der Welt beleuchtet in der wir leben.

Alles Liebe

Maren

Gelesen | Ich treffe dich zwischen den Zeilen – Stephanie Butland

Titel: Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Autoren: Stephanie Butland

Verlag: KNAUR

Seitenzahl: 318

Zum Cover: Ich fand das Cover super schön. Die Textur hat mich vom ersten Moment an überzeugt. Leider ist es orange … aber ich möchte nicht übertrieben kritisch sein, nur weil Orange nicht zu meine Favoriten zählt.

Schreibstil: Der Schreibstil ist wunderbar leicht und fließend. Die Wechsel zwischen den Zeiten und Perspektiven sind insgesamt wunderbar, allerdings fiel es mir teilweise schwer den Überblick zu behalten in welcher Zeit ich mich gerade befinde. Insgesamt fand ich waren es zu viele Wechsel. Besonders schön fand ich die Poetry Slam Texte, die in die Geschichte eingeflochten waren. Diese Texte haben mein Herz berührt.

Lieblingszitate:Das ist bislang, meine Geschichte. Ich wusste nicht, wie ich es dir sagen soll. Ich habe es niemandem erzählt. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, und ich weiß nicht, wie ich das Ende umschreiben kann. Erzähle ich es gleich zu Beginn, dann magst du mich vielleicht nicht.

Meine Meinung zum Buch: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es hat ich tief berührt, gerade auch weil es um Bücher geht und Worte und Geschichten. So viele meiner Lieben in einem Buch vereint. Und doch auch der Schmerz der Vergangenheit und die Zweifel der Liebe. Gegen Ende war ich kurz sauer auf die Autorin, aber wer ist das nicht, wenn sich Dinge nicht so entwickeln, wie man es sich für Figuren, die man in einem Buch lieb gewonnen hat, wünscht. Ich beendete das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Bewertung: Ich gebe dem Buch daher 4 von 5 Sterne.

Gelesen | Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Die Bücherdiebin von Markus Zusak ist eines der Bücher, die sich ganz fest in meinem Herzen eingenistet haben und da auch nicht mehr weggehen werden. Ich konnte lange nicht sagen, warum mich dieses Buch so fasziniert, aber inzwischen – einige Jahre und Rereads später – kann ich meine Gefühle dazu besser einordnen.

Da ist auf der einen Seite diese Anziehungskraft, die Bücher in Verbindung mit dem Zweiten Weltkrieg grundsätzlich auf mich haben. Warum das so ist? Keine Ahnung. Aber es stimmt. Bücher, die sich mit dieser Zeit und den Schicksalen der Menschen, die darin lebten befassen, finden immer wieder ihren Weg in meine Hände und so auch dieses Buch.
Zum ersten Mal treffen Lisel und ich uns als ich vielleicht 16 oder 17 Jahre alt bin. Schon zu dieser Zeit ahne ich, dass ihr Schicksal mich so schnell nicht loslassen wird, denn es ist eines der außergewöhnlichsten Bücher, dass ich bis dahin gelesen haben soll. Und auch jetzt fast 10 Jahre später greife ich immer wieder zu diesem Buch. Heute wie gestern berührt mich diese eine Geschichte so wie keine andere.

Worum geht es?

Deutschland 1939. Der Tod hat viel zu tun, und er hat eine Schwäche für Liesel.

Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem „Handbuch für Totengräber“ ist eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten geweckt, die sie auch dann nicht verlässt, als ihre Welt in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bobennächte über München – und sie überlebt: weil der Tod sie ins Herz geschlossen hat.

Meine Gedanken zum Buch

Der Vorhang öffnet sich. Ein Mädchen mit tritt ins Bild – lesend.

Zuerst die Farben.

Dann die Menschen.

So sehe ich die Welt normalerweise.

Ich versuche es zumindest.

Die Geschichte wird aus der Sicht des ‚Todes‘ erzählt. Kann das etwas werden oder soll ich das Buch gleich wieder weglegen? Ein Glück, dass ich grundsätzlich kein Buch wieder weglege, sondern gewillt bin jedem Buch bis zum letzten Satz eine Chance zu geben.

Lisel kann nicht lesen – noch nicht und doch ist das diese Anziehungskraft, die dich Bücher auf sie ausüben. Also fängt sie an Bücher zu stehlen. Lernt mit der Zeit Lesen und Schreiben und Lieben.

Denn die Pflegefamilie in die Lisel hineinkommt ist eine besondere. Die Himmelstraße ist gefüllt mit Menschen, die ich mit der Zeit ins Herz geschlossen habe. Rosa und Hans Hubermann, die so viel mehr Liebe in sich tragen, als man im ersten Moment ahnen kann. Die Familie Steiner und insbesondere Rudi Steiner – der junge mit den zitronengelben Haaren, der unsterblich in Lisel verliebt ist. Und ich muss zugeben ich verliebe mich beim Lesen auch immer wieder neu in diesen Jungen.

Was ist schlimmer als ein Junge, der dich hasst? Ein Junge, der dich liebt!

Dieses Buch – die Geschichte bricht mir immer wieder das Herz. Jedes einzelne Wort, jede einzelne Person ist so besonders. Ich habe viele von ihnen schon vor langer Zeit ganz fest in mein Herz geschlossen. Ich habe gelacht und geweint, war hoch erfreut und furchtbar wütend. Ich habe getrauert und ich habe losgelassen. Ich habe meinen Frieden geschlossen.

Eine letzte Anmerkung eures Erzählers

Ich bin von Menschen verfolgt

Dieses Buch ist eines meiner liebsten Bücher und wird es wohl für immer bleiben.

Habt ihr es schon gelesen? Wie ist eure Meinung dazu?

Gelesen | Stille – Erling Kagge

Stille von Erling Kagge ist eines der ersten Bücher, das ich über Vorgelesen.de gewonnen habe und ich war mehr als gespannt was sich in diesem Schmuckstück verbergen würde. Ich fand vieles darin, aber noch viel mehr fand ich in mir selbst das Verlangen nach Stille.

Titel: Stille – Ein Wegweiser

Autoren: Erling Kagge

Verlag: Unser Verlag

Seitenzahl: 140

Klappentext:

Einer der größten Abenteurer unserer Zeit über die Wiederentdeckung der Stille.

DU KANNST DEINEN EIGENEN SÜDPOL FINDEN

Dieses atemberaubende Buch lehrt uns, die kostbaren Momente der Stille zu finden – ob in der Antarktis oder auf dem Mount Everest oder in einem Zug während des Berufsverkehrs.

Zum Cover:

Das Cover hat mich von Anfang an begeistert. Wahrscheinlich hätte ich das Buch nur wegen des Covers gelesen. Außen ist es schlicht und weiß mit schwarzer Schrift. Der Schutzumschlag ist sehr minimalistisch gestaltet. Sobald man den Schutzumschlag abnimmt, sieht man ein buntes Bild von einer Straße. Bunte Linien kennzeichnen den Weg von Autos und Fahrrädern. Ich finde die Gestaltung des Buchumschlages unter dem Cover nicht so schön, aber es ist in Ordnung und spiegelt die Thematik des Buches sehr gut wieder.

Schreibstil:

Der Schreibstil des Autors ist klar und ohne Schnörkel. Erling Kagge lässt uns in klarer Sprache teilhaben an seinen Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Stille“. Die Kapitel sind kurz gehalten und somit für sich jeweils weitestgehend abgeschlossene Gedanken zum Thema. Außerdem ist das Buch gespickt mit Zitaten von verschiedenen Philosophen und anderen hörenswerten Persönlichkeiten, z.B. auch von den Kindern des Autors. Insgesamt liest sich das Buch sehr angenehm.

Lieblingszitate:

Gute Dichter erinnern mich an große Entdecker. Indem sie die richtigen Worte wählen, setzen sie Gedanken in meinem Kopf in Gang, ein bisschen wie die Berichte der Entdecker, die ich als kleiner junge las.

Die Stille ist eher eine Idee. Ein Gefühl. Eine Vorstellung. Die Stille um dich herum kann viel enthalten, aber für mich ist die interessanteste Stille, die in mir ist. Eine Stille, die ich in gewisser Weise selbst schaffe. Daher suche ich nicht mehr nach der absoluten Stille um mich herum. Die Stille, auf die ich aus bind, ist die Stille in mir.

Du kannst nicht darauf warten, dass es still wird. Du musst dir deine eigene Stille schaffen.

Was du siehst hängt davon ab, wer du bist.

Meine Meinung zum Buch:

Ich fand das Buch sehr inspirierend. Ich hatte mich bisher noch nie so intensiv mit dem Thema „Stille“ auseinandergesetzt und Erling Kagge setzt sich super mit dem Thema auseinander. Der Aufbau des Buches und sein Schreibstil haben mir sehr zugesagt. Dadurch, dass die Kapitel in sich relativ abgeschlossen waren, konnte man gut mal ein oder eben auch mehrere Kapitel lesen. Ich bin habe das Gefühl neugieriger zu sein darauf, wie ich Stille für mich neu entdecken kann. Für ein Sachbuch war es richtig gut, allerdings lese ich Sachbücher grundsätzlich etwas weniger gerne, deshalb gibt es einen Stern Abzug.

Bewertung: Ich gebe dem Buch daher 4 von 5 Sterne.

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