Gelesen|Das Vermächtnis des Vaters – Jeffrey Archer

Die Clifton Saga von Jeffrey Archer war mir lange Zeit kein Begriff. Um ehrlich zu sein: Mir war Jeffrey Archer bis zum Sommer des vorletzten Jahres überhaupt kein Begriff. Ein Bekannter und eine Unterhaltung über Bücher, die man gelesen haben muss. Eine Liste bestehenden aus 3 Bücher. Ja, genau. Ganz meine Meinung. Dieser Mensch muss verrückt sein, wenn ich lesenswerte Bücher auf 3 reduzieren könnte. Jedenfalls enthielt seine Liste „Kain und Abel“ von Jeffrey Archer. Meine Neugier war also geweckt und obwohl ‚historische Romane‘ im weitesten Sinn nicht gerade meinen Lesevorlieben entsprechen, hat mir der erste Teil der Reihe so gut gefallen, dass ich mich auch durch restlichen zwei Teile in kurzer Zeit durchlas. Unterhaltsam. Spannend. Das trifft es denke ich am besten. Vielleicht auch Unterhaltungsliteratur, denn die Bücher lesen sich herrlich schnell weg. Nicht lange und ich griff auch zum ersten Teil der Clifton-Saga. In den letzten Tagen folgte dann der zweite Teil, den ich kürzlich zu Ende gelesen habe.

Junge Männer in einen unnötigen Tod zu schicken ist kein Zeichen von Führungsstärke, sondern von Selbstherrlichkeit, und eines echten Soldaten unwürdig.

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Ich möchte mich an dieser Stelle kurz fassen: Das Buch ist unterhaltsam und spannend. Ohne Frage. Dennoch überwältigt es mich nicht gerade. Sprachlich ist das ganze okay, aber wirft mich nicht gerade vom Hocker. So ist das mit mir und Jeffrey Archer. Ich fühle mich gut unterhalten. Hin und wieder ist es genau das was ich brauche.

Erschienen im Wilhelm Heyne Verlag München, Taschenbuch, 469 Seiten.

Ausgelesen&Angelesen | Highlights 2018

2018. Du warst ein interessantes Jahr. Es waren viele gute Bücher dabei und genau diese möchte ich hier mit euch teilen. Daneben gab es aber auch viele schöne Erlebnisse. Ich war in Leipzig im Frühjahr – eigentlich war es Frühjahr, aber dann hat es geschneit – zur Buchmesse und durfte einige von euch persönlich kennenlernen. Es war mir ein Fest! Und es ging aufregend weiter. Kurz darauf verreiste ich zum ersten Mal alleine ins Ausland. Ein Stück meines Herzens ist in Schottland hängen geblieben. Diese Reise war für mich ein wunderbares und wichtiges Erlebnis. Es verlangte mir einiges an Mut ab und eine gehörige Portion „Ich-mach-das-jetzt-trotzdem-auch-wenn-sich-alles-in-mir-dagegen-sträubt“. Beruflich ist und bleibt es aufregend. Ich freue mich dahingehend auf jede kommende Herausforderung und bin froh, dass das Coaching und die daraus gewonnenen Learnings aus der Female Future Force mich dabei so gut unterstützen. Im Sommer habe ich dann noch einen tollen Haufen inspirierender Young Professionals auf der Tagung der CiW Young Professionals in Rothenburg kennengelernt. Im November habe ich dann meine Mitgliedschaft in der Stadtbücherei wiederbelebt. Wenn du mich fragst eine sehr gute Entscheidung, denn so traue ich mich hin und wieder mal etwas anzulesen vor dem ich sonst vielleicht zurückgeschreckt hätte. Vom offensichtlichsten Vorteil mal abgesehen: Büchereibücher füllen meine Regale nicht und leeren meinen Geldbeutel nicht.

Jede neue Begegnung, jedes neue Erlebnis, jede Herausforderung in diesem Jahr hat mich näher zu mir selbst gebracht.

Aber nun zu den Büchern:

Es waren 44 an der Zahl (hauptsächlich gelesen und ein paar vereinzelt eingestreute Hörbücher) Hörbücher habe ich dieses Jahr wieder vermehrt für mich entdeckt. Nach anstrengenden Tagen, wenn ich nicht mehr wusste wo oben und unten sein soll, empfinde ich es als entspannend die Augen zu schließen und einer Geschichte zu lauschen.

Und jetzt. Das sind sie. Meine Highlights aus dem Jahr 2018. In halbwegs chronologischer Reihenfolge:

  • Was man von hier aus sehen kann – Mariana Leky
  • Dunkelgrün fast Schwarz – Mareike Fallwickl
  • Super, und dir? – Kathrin Wessling
  • Der Report der Magd – Margaret Atwood
  • Überbitten – Deborah Feldman
  • Sagte sie (17 Erzählungen über Sex und Macht) – Herausgegeben von Lina Muzur
  • Der Susan Effekt – Peter Hoeg
  • Neujahr – Juli Zeh
  • Die Känguru Apokryphen – Marc – Uwe Kling
  • Die Wahrheit über das Lügen (Zehn Geschichten) – Benedict Wells
  • Ich, Eleanor Oliphant – Gail Honeyman
  • 100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht – Herausgegeben von Sabine Kranz und Annegret Ritter
  • Die letzten Tages des Patriarchats – Margarete Stokowski

Wenn ich mir meine Auswahl so angucke, fällt mir Folgendes auf. Ich habe bewusster angefangen Literatur von Frauen zu lesen. Ja. Literatur. Nicht kitschige Liebesromane, sondern richtig gute Bücher. Geschichten mit Herz und Seele und sprachlicher Eleganz.

Es war ein wunderbares Lesejahr.

Welche Bücher werden dir noch lange nach diesem Jahr in Erinnerung bleiben?

Ausgelesen&Angelesen | Highlights 2017

2017 war für mich seit langem mal wieder ein sehr leseintensives Jahr. Ich habe eigentlich immer gerne und viele Gelsen, aber im Studium hatte ich genug Fachliteratur zu lesen und so wurde das Lesen abseits des Studium tendenziell eher vernachlässigt und fand nur im Urlaub intensiv statt. Dann beendete ich im Februar 2016 mein Studium und auch zu diesem Zeitpunkt war mein Kopf mit zu vielen neuen Eindrücken beschäftigt, um in besonders viele Geschichten eintauchen zu können. Die Erleichterung kam dann ungefähr ein halbes Jahr später, als ich endlich wieder den Kopf frei hatte und  eine großen Drang verspürte wieder mehr zu lesen.

… lasst mich eine lange Geschichte kurz machen. Seit Mitte 2017 lese ich so leidenschaftlich wie schon lange nicht mehr und seit 2017 teile ich diese Leidenschaft ja auch immer mehr mit euch – schon länger auf Instagram und seit kurzem hier.

Und weil ich euch meine Lese-Highlights nicht vorenthalten möchte, folgt hier eine kurze Zusammenfassung mit einer jeweils kurzen Rezension – es folgen demnächst auch noch ausführliche Rezensionen zu den jeweiligen Highlights.

Links steht Kain und Abel (Jeffrey Archer) und daneben dann von oben nach unten Unorthodox (Deborah Feldman), Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman), Die Hauptstadt (Robert Menasse), Die Farbe von Milch (Nell Leyshon), Die Geschichte der Biene (Maja Kunde) und Origin (Dan Brown).

Das sind also meine Lese-Highlights aus dem Jahr 2017. Links steht Kain und Abel (Jeffrey Archer) und daneben dann von oben nach unten Unorthodox (Deborah Feldman), Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman), Die Hauptstadt (Robert Menasse), Die Farben von Milch (Nell Leyshon), Die Geschichte der Biene (Maja Kunde) und Origin (Dan Brown).

Aber was ist es, dass mein Herz bei jedem dieser Bücher höher schlagen lässt? Was hat mich berührt, verstört und in seinen Bann gezogen? Das möchte ich euch natürlich keineswegs vorenthalten!

Kain und Abel (Jeffrey Archer)

Wie ich zu diesem Buch gekommen bin ist eine – für mich – ganz besondere Geschichte.Es begann damit, dass mich jemand nach 5 Büchern fragte von denen ich meine, dass man sie unbedingt gelesen haben sollte. Im ersten Moment fand ich die Frage ganz furchtbar. Im zweiten auch. Dann fing ich an nachzudenken und reflektierte Gefühl jedes Buch an das ich mich erinnern konnte es gelesen zu haben. Meine Antworten sind an dieser Stelle nicht so wichtig, aber mein Gesprächspartner nannte dieses Buch und ich fand, dass es einen Versuch wert wäre es zu lesen, denn es stand ja immerhin auf einer Liste mit 5 Büchern, die jemand ganz besonders lesenswert fand. Und dann konnte ich es in keiner Buchhandlung finden und machte mich in Antiquariaten auf die Suche nach einer Ausgabe und fand schließlich diese hier und begann im Sommer zu lesen.

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Kain und Abel (Jeffrey Archer) habe ich diesen Sommer in großen Teilen am See gelesen

Während ich das Buch las, konnte ich es nur selten aus der Hand legen. Das lag vielleicht daran, dass die beiden Personen, die ich am Anfang des Buches kennenlernen durften wahnsinnig weit voneinander entfernt sind – räumlich und gesellschaftlich. Lange habe ich daran gezweifelt, dass die beiden Stränge der Geschichte jemals zusammenführen könnten, es jemals Berührungspunkte geben könnte. Und dann berühren sich die Schicksale – erst zaghaft und dann intensiver. Es entwickelt sich eine Dynamik wie ich sie selten erlebt habe.

Schreibstil und der Aufbau dieses Buches haben mich voll und ganz überzeugt. Für mich ist dieses Buch eine der größten Überraschungen dieses Jahres und hat dazu geführt, dass ich mich in Jeffrey Archer und seinen Schreibstil verliebt habe. Ich habe dann auch zeitnah den ersten Teil der Clifton-Saga und den zweiten Teil der Kain und Abel Reihe gelesen.

Unorthodox (Deborah Feldman)

Ich lese regelmäßig die ZEIT und das ist der Grund, warum ich auf Deborah Feldman und ihre Geschichte aufmerksam wurde. Es war ein Artikel im ZEIT Magazin mit der in Berlin lebenden Autorin, der mich sprachlos, beeindruckt und wahnsinnig neugierig zurückließ. Und so führe mein Weg ganz schnell in die Buchhandlung und innerhalb kurzer Zeit hatte mich Deborah Feldmans Geschichte – ihr Leben – nicht mehr losgelassen.

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Unorthodox ist nicht nur irgendeine Geschichte, sondern viel mehr. Deborah Feldman erzählt ihre ureigene Geschichte und die hat es in sich. Sie wächst in einer Chassidischen Satmar-Gemeine in Williamsburg New York auf – eine ultraorthodoxen jüdischen Gruppe. Alles in mir schrie in jenen Momenten, wenn Sie all die Einschränkungen und Gesetze schilderte, von der Unterdrückung als Frau und Ihrer Zwangsehe. Ich fühlte ansatzweise die Angst, die sie verspürt haben muss, wenn sie etwas verbotenes tat und schon das konnte ich kaum ertragen. Kaum zu fassen, wie sich Deborah gefühlt haben muss, als sie die Pläne schmiedete aus dieser Gesellschaft auszubrechen. Für mich ein Buch wie kein anderes und darum freue ich mich umso mehr dieses Jahr hoffentlich bald die Fortsetzung ihrer Geschichte lesen – Überbitten steht schon im Regal und wartet darauf von mir gelesen zu werden.

Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman)

Wenn mich dieses Buch etwas gelehrt hat dann ist es Folgendes: Jeder hat Superhelden verdient, aber auch Superhelden haben Ihre Schwächen. Und so ist das mit Omas auch – meine Oma war für mich eine Superheldin, aber sie hatte auch Schwächen. Und genau darum geht es in dieser Geschichte. Um ein Mädchen, deren größte Heldin Oma ist und die ein Stück weit entzaubert wird. Und dennoch am Ende des Tages und ist und bleibt eine Oma trotz Schwächen und Macken eine Heldin.

Meine Oma war eine sehr einfühlsame Frau. Irgendwann kam der Punkt in meiner Kindheit, dass ihre Sorge um mich do groß war, dass sie jedes mal krank wurde, wenn ich es war. Wir erzählten ihr irgendwann nicht mehr, wenn ich mal krank war. Abgesehen von dieser Angewohnheit, ist sie mein großes Vorbild. Zeit meines Lebens habe ich sie bewundert. Fast so wie Elsa in Fredrik Backmans Buch. Es hat mich sehr bewegt und auch wenn Elsas Oma stur und eigenartig und seltsam war, so wollte sie immer das beste für Ihre Familie. Auch wenn diese Erkenntnis spät kam. An manchen Tagen bin ich es die sagen möchte „Oma, es tut mir leid“, denn wenn ich gewusst hätte, wie sehr ich sie vermissen würde, hätte ich die Zeit mit dir mehr zu schätzen gewusst. Ich hätte mehr fragen gestellt und aufmerksamer zugehört. Wenn und hätte bringt sie nicht zurück. Und dennoch hoffe ich, dass Sie heute stolz auf mich ist, denn das ist die Frau, die mich zu einem Kind der Bücher gemacht hat.

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Ich habe über Monate immer wieder in diesem Buch gelesen und am Ende hat mich die Geschichte dann doch noch so richtig gepackt. Ich habe so viel unterschiedliches beim lesen gefühlt: ich habe laut gelacht und geschluchzt vor Traurigkeit, ich war wütend und glücklich und alles dazwischen. Die Geschichte ist einfach super nett aufgestellt und Fredrik Backmann erzählt Geschichten in denen ich mich einfach wohlfühlen kann. Aktuell höre ich ‚Britt-Marie war hier‘ als Hörbuch und mag es sehr. Definitiv keine schwere Lektüre!

Die Hauptstadt (Robert Menasse)

Ich habe das Gefühl, dass ich zu diesem Buch keine angemessenen Worte finden kann und deshalb fasse ich mich kurz. Ich mochte die Leseprobe bereits aus der Longlist zum Deutschen Buchpreis und wurde nich enttäuscht, obwohl ich etwas anderes erwartet hatte. Die Hauptstadt war alles was ich nicht erwartet hatte und das war genau das was ich brauchte.

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Ein Roman über die EU, Brüssel, Schweine und vieles mehr. Ich bin mir sicher, dass die Meinungen hierzu mit Recht stark auseinandergehen und doch ist es für mich persönlich ein großes Highlight. Grandios erzählt und konstruiert.

Die Farbe von Milch (Nell Leyshon)

Dies ist mein Buch und ich habe es eigenhändig geschrieben. Jedes Wort habe ich ausbuchstabiert. Jeden Buchstaben hab ich geschrieben.

Ich glaube das war einer meiner ersten Bücherkäufe, der durch Instagram inspiriert wurde. Ich war aufgeregt und skeptisch und gespannt und alles gleichzeitig. Der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich, denn zu lesen wie ein junges Mädchen schreibt, das eben erst schreiben gelernt hat, ist selten. Ich habe es als unheimlich authentisch und lebensnah aufgefasst. Ein Jahr im Leben von Mary, ein Jahr das alles verändert. Ein Buch – eigenhändig geschrieben. Ich hab es sehr gerne gelesen.

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Ein besonderes Buch – eine besondere Geschichte – eine besondere Erzählweise. Dieses Buch hat mich lange Zeit sprachlos zurückgelassen und jetzt mit viel Abstand, kann ich ein paar Zeilen dazu schreiben, denn es hat einen tiefen Abdruck in meinem Herzen hinterlassen.

Die Geschichte der Biene (Maja Lunde)

Drei Familien – drei Zeiten und alles ist gekoppelt an das Schicksal der Bienen. Ganz wunderbar erzählt Maja Lunde aus verschiedenen Perspektiven wie unser Schicksal an das der Bienen gekoppelt ist. Ich ahne wie es für den Erfinder eines Bienenstockes in der Vergangenheit war, erlebe erstes scheinbar grundloses Bienensterben in der Gegenwart und eine Zukunft ganz ohne Bienen.

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Dieses Buch war für mich ein spontaner Kauf in der Buchhandlung und oft ist es besser für mich, wenn ich vor dem Kauf eines Buches nicht zu viel darüber nachdenke. Das liegt daran, dass ich dann keine großen Erwartungen aufbaue und mich besser auf das Buch einlassen kann. Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken anregte und mich von der ersten Seite an gefesselt an. Super schön erzählt!

 Origin (Dan Brown)

Jedes einzelne seiner Bücher habe ich verschlungen und das werde ich auch weiterhin tun, solange bis er nicht mehr schreibt. Ich lese nicht oft Thriller, aber jene die von Dan Brown geschrieben werden mag ich schon immer. Ich habe irgendwann mal mit Illuminati angefangen, habe weitere Abenteuer mit Robert Langdon erlebt und zwischendurch durften auch Meteor und Diabolus nicht fehlen.

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Origin ist eine typische Robert Langdon Geschichte. Robert ist unterwegs und dann irgendwie auf der Flucht gemeinsam mit einer hübschen Frau, um ein Rätsel zu lösen, eine Verschwörung aufzudecken. Die Ausgangssituation kam mir durchaus bekannt vor und möglicherweise hätte mich das Buch enttäuschen können. Hat es aber nicht. Dan Brown mag ich als Autor und er lässt sich ja auch immer etwas Neues einfallen. Richtig gut gefiel mir hier vor allem die gesamte Thematik ‚Künstliche Intelligenz‘

Fazit

Das waren sie also – meine Lese-Highlights aus dem Jahr 2017. Jedes einzelne dieses Bücher war für mich eine große Freude und ich kann sie aus dem einen oder anderen Grund ganz besonders empfehlen.

Was waren deine Highlights im Jahr 2017?

Alles Liebe

Maren

Gelesen | Gefährliche Geliebte – Haruki Murakami

Magst du die Bücher von Haruki Murakami? Was ist dein Lieblings-Murakami? Beides Fragen auf die ich bislang kaum antworten konnte, da ich bisher kein einziges seiner Bücher gelesen hatte. Das ändert sich mit einem Besuch bei der Familie meines Cousins in Chemnitz vor ein paar Wochen. Mit nach Hause nahm ich „Gefährliche Geliebte“ und den festen Vorsatz das Buch spätesten im bald anstehenden Urlaub zu lesen.

Inzwischen habe ich meinen ersten Murakami zu Ende gelesen und mir persönlich hat „Gefährliche Geliebte“ insgesamt schon sehr gut gefallen. Die Art und Weise wie die Geschichte erzählt ist, hat mir super gut gefallen und ich kann ein Stück weit sehr gut verstehen, warum so viele von euch die Bücher von Haruki Murakami so genial finden.

Die Geschichte an sich fand ich allerdings insgesamt etwas zu schräg und ich hatte Probleme so richtig in die Geschehnisse einzutauchen bzw. mich darauf einzulassen.

Mein Fazit: Bestimmt nicht mein letzter Murakami, denn der Schreibstil hat mich, trotz meiner Schwierigkeiten mit der Handlung, absolut gefangen genommen.

Jetzt bist du gefragt, geneigter Murakami Leser. Welches Buch von Haruki Murakami kannst du mir ganz besonders für meine nächste Lektüre empfehlen?

Gelesen | Super, und dir? – Kathrin Weßling

Über dieses Buch bin ich gestolpert, also eigentlich bin ich  in eine Lesung gestolpert oder saß da schon und bin dann geblieben. Das liebe ich, denn es war eines meiner schönsten Erlebnisse auf der Leipziger Buchmesse. Da saß ich also noch von der vorherigen Lesung, meine Füße schmerzten und ich wollte nicht so richtig irgendwo hinlaufen, also blieb ich dort. Und dann laß Kathrin Weßling dort wo ich war aus ihrem Buch, dass bald erscheinen würde.

Marlene Beckmann ist jung, hat Marketing studiert und hat augenscheinlich den perfekten Job für den Anfang ihrer Karriere. Sie hat eine romantische Beziehung und Freunde und alles scheint gut zu laufen. Das Leben meint es gut mit ihr, also warum sollte sie sich beschweren? Warum sollte es ihr nicht gut gehen? Warum sollte sie dem Druck nicht gewachsen sein? Die Wahrheit ist, dass weder Marlene noch jeder Einzelne von uns in der Lage ist dem Druck den wir uns oft selbst auferlegen oder der uns von er Gesellschaft auferlegt wird alleine standzuhalten. Warum zerbrechen manche daran und warum andere nicht?

Mehr als alles andere fühlte ich mit der Protagonistin mit und es schmerzte mich zu tiefst zu sehen, wie Marlene Beckmann von niemanden bei dem sie Hilfe suchte ernst genommen wurde. Nicht einmal der Arzt den sie aufsuchte, als sie in Drogensucht abgerutscht war, um leistungsfähig zu bleiben, nahm sie ernst. Was sagt das über den Umgang der Gesellschaft mit diesem ernsten Thema aus?

Diese Texte lösten etwas in mir aus und ich konnte es lange nicht benennen, auch jetzt fällt es mir schwer in Worte zu fassen, was dieses Buch in mir auslöst. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich es durchgelesen, musste beim Lesen mehr als ein Mal intensiv schlucken und mehr als eine Träne wegwischen. Liegt das daran, dass ich mich zumindest in Teilen mit der Protagonistin identifizieren kann? BWL-Absolventin, Job in der feien Wirtschaft, Mitte zwanzig, immer auf der Suche nach der nächsten Anerkennung, dem nächsten Erfolg. Und in jedem Moment bin ich diejenige, die mich unter Druck setzt, die mehr möchte und zwar am liebsten gestern. Geduld – was ist das? Kathrin Weßling zeigt in ihrem Buch wohin dieser Druck so viele junge Menschen meiner Generation geführt hat und vielleicht führen wird. Ich will nicht, dass es soweit kommt und dieses Buch hat mich möglicherweise mehr als wachgerüttelt.

Ich will nicht länger auf die Frage, wie es mir geht, unehrlich antworten. Ich möchte ehrlich kommunizieren was ich fühle und wie es mir geht. Ich will andere nicht täuschen und am wenigsten möchte ich mich selbst täuschen. Ich habe keine Lust mehr vorzugeben, dass immer alles gut sei oder in besonders stressigen Zeiten, wenn ich das Gefühl habe zu zerbrechen lediglich zu sagen: „Ich habe eine harte Woche, aber das geht schon vorüber.“ Ich möchte, dass meine Freunde es nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn ich sage wie es ist bei einem TIER 3 Supplier zu arbeiten. Die Wahrheit ist es gibt einen Unterschied zwischen der Arbeit in der freien Wirtschaft und der Arbeit in anderen Bereichen und damit möchte ich nicht irgendeine Arbeit gering schätzen, sondern lediglich betonen, dass es einen Unterschied gibt.

Für mich hat Kathrin Weßling in diesem Buch sehr gut auf den Punkt gebracht, was den Druck ausmacht dem wir uns tagtäglich aussetzen. Zwischen dem Druck jederzeit ersetzt werden zu können,  fehlenden Perspektiven und dem Zwang zu Selbstoptimierung.

Wo das alles hinführt? Ich weiß es nicht.

Gelesen | Die Seiten der Welt – Kai Meyer

Dieses Buch stand schon super lange auf meiner Leseliste und wurde mir von so vielen ganz nah ans Herz gelegt. Ob das meine Erwartungen an das Buch unverhältnismäßig in die Höhe geschraubt hat? Ich weiß es nicht. Möglicherweise. Ich habe über Wochen immer wieder darin gelesen und konnte darin insgesamt eine schöne Erzählung finde, die mich allerdings nicht nachhaltig berührt hat.

Kennt du das, wenn für dich und ein Buch der Moment nicht stimmt? Wenn das was gerade um dich herum passiert dazu führt, dass du dich nicht vollständig auf ein Buch einlassen kannst?

Mir ist das inzwischen schon öfter passiert und das hat dazu geführt, dass ich solche Bücher oft erstmal beiseite gelegt habe und ihnen vielleicht später noch eine Chance geben wollte. In den meisten Fällen blieben sie allerdings dann ungelesen, denn wie finde ich heraus, was der richtige Zeitpunkt für ein Buch ist? Was, wenn ich nicht weiß was mich erwartet und was die richtigen Umstände wären um darin zu lesen?  Du siehst also die Situation ist nicht ganz einfach.

„Die Seiten der Welt“ habe ich nicht beiseite gelegt und habe das Buch durchgelesen, obwohl meine Stimmung nicht ganz passte. Ich will auch nicht sagen, dass ich komplett enttäuscht war, aber es hat meine Erwartungen nicht erfüllen können. Für mich ein ganz klares Zeichen, dass ich mich zukünftig noch mehr von Erwartungen an Bücher loslösen möchte.

Die Geschichte ist wunderschön und ich liebe den Gedanken, der sich hinter der Geschichte verbirgt und vielleicht werde ich eines Tages noch die anderen Teile lesen oder aber dieser Geschichte eine zweite Chance geben. Dann vielleicht ganz ohne den Druck von Arbeit und Alltag, sondern an ein paar freien Tagen.

Gelesen | Die Geschichte des Wassers – Maja Lunde

In nannte meine Welt Erde, aber ich dachte eigentlich müsste sie Wasser heißen. – Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser.

Soweit der Klappentext zu einem Buch auf das ich seit „Die Geschichte der Bienen“ mehr als sehnsüchtig gewartet habe. Schon allein das Layout weckt meine Erinnerung an das Buch, das mich letztes Jahr so sehr in seinen Bann gezogen und mich bis heute nicht losgelassen hat.

Letztes Jahr die Bienen und nun dieses Jahr das Wasser. Beides sind Themen, die unsere Umwelt betreffen und beides sind Themen, die es wert sind angesprochen zu werden. Die Bienen und das Wasser – beide sind bedroht durch das was wir Menschen mit unserer Umwelt anstellen ohne Rücksicht auf sie zu nehmen.

In geübter Manier verwebt die Autorin die Schicksale aus zwei Zeiten miteinander. In Norwegen im Jahr 2017 lernen wir aus der Sicht einer in die Jahre gekommenen Umweltaktivistin über den Ist-Zustand und darüber wie sich die Situation in den letzten Jahrzehnten immer weiter verschärft hat. Der zweite Handlungsstrang ist im Jahr 2041 angesiedelt. In dieser Zeit sind die Menschen aus Südeuropa gezwungen aufgrund einer großen Dürre in Richtung Norden zu fliehen. Hier begleitet der Leser David und seine Tochter Lou auf der Flucht in Richtung Norden.

Ich habe dieses Buch super gerne gelesen, dennoch hinterließ es in mir nicht annähernd einen ähnlichen Eindruck wie „Die Geschichte der Bienen“. Ich denke das liegt an zwei Gründen. Erstens habe ich mich in der Vergangenheit bereits deutlich intensiver mit dem Thema Wasser auseinandergesetzt, entsprechend war der Lerneffekt und auch der Eindruck den das Buch bei mir hinterließ nicht annähernd so groß, denn „Die Geschichte der Bienen“ brachte für mich einige neue fundamentale Erkenntnisse mit sich. Der zweite Grund ist, dass der gesamte Aufbau des Buches sehr an die Lektüre von letztem Jahr erinnert und ich somit darauf eingestellt war, dass die beiden Handlungsstränge gegen Ende des Buches auf irgendeine Art und Weise zusammenlaufen würden.

Maja Lunde verfasst ganz wunderbare Bücher zu Themen, die es mehr als verdienen auf diese Art und Weise mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich genieße ihren wunderbaren und durchdachten Schreibstil sehr.

Gelesen | Kennen Sie diesen Mann? – Carl Frode Tiller

Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. Deshalb stellt er Fragen. Und seine Freunde geben Antworten. Aber sind es die richtigen?

Am Anfang steht eine Zeitungsanzeige. David hat sein Gedächtnis verloren und auf seinen Aufruf hin, melden sich drei Personen, die in der Vergangenheit verschieden intensive Beziehungen zu ihm hatten: ein alter Freund, sein Stiefvater und eine alte Freundin aus Schulzeiten.

Die Geschichte wechselt für jeden Erzähler zwischen den Briefen, die sie an David schreiben und Schilderungen ihrer gegenwärtigen Situation ab. Für mich kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass ich in diesem Buch weit aus weniger über David erfahren würde als ich mir vorgestellt hatte. Viel mehr wird durch die Briefe an ihn offenbart, was der jeweilige Schreiber des Briefes vermitteln möchte. Wie weit das von der Realität entfernt ist? Interpretationssache. So wie auch unsere Wahrnehmung von Menschen und unseren Beziehungen zu ihnen sehr subjektiv ist und je mehr Zeit verstreicht, desto mehr romantisieren wir die Erinnerungen, die wir an eine Beziehung oder einen Menschen haben. Was bleibt also übrig von der tatsächlichen Erinnerung?

Und dann ist da natürlich noch der Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Können wir von anderen wirklich so viel über uns selbst erfahren, dass wir uns wieder erinnern können? Ich bin mir sicher, dass das eine Wissenschaft für sich ist und da ich mich damit nicht auskenne belasse ich es dabei. Die andere Frage, die sich mir aufdrängt ist, ob in die Hinweise, die David von seinen Freunden und seiner Familie darüber erhält wer er war tatsächlich hilfreich sind. Denn wenn wir nur mal einen Augenblick lang ehrlich sind, dann wissen wir doch  gar nicht so sehr, was unsere Familie und unsere Freunde wirklich über uns denken oder wie sie uns wahrnehmen.

Gerade aus psychologischer Sicht, fand ich das Buch sehr interessant. Es hat sich wirklich gut durchlesen lassen, allerdings hat es mich nicht nachhaltig beeindruckt, insbesondere deshalb nicht, weil ich mir gewünscht hätte tatsächlich etwas von David über seine eigene Situation zu erfahren und vielleicht auch wie er auf die Briefe reagiert.

Gelesen | Dunkelgrün fast schwarz – Mareike Fallwickl

Ein Buch über das bereits vor dem Erscheinen super viel geschrieben wurde, habe ich mir direkt am Tag nach dem es erschienen ist gekauft, denn ich konnte es einfach nicht erwarten. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.

Das Buch greift ein Thema auf, dass oft untergeht, obwohl ich glaube, dass toxische Beziehungen, die von Manipulation und Machtspiele geprägt sind, sehr verbreitet sind und ich finde nicht, dass man die Augen davor verschließen sollte. Denn jeder von uns ist dafür verantwortlich auf sich aufzupassen und Grenzen zu setzen um sich selbst zu schützen. Das Buch lebt für mich von der Erzählweise. Immer wieder erfährt der Leser bruchstückhafte Fragmente, die sich schließlich zu einem fabelhaft schlüssigen Mosaik zusammensetzen. Ich war während des Lesens fast dauerhaft verwirrt und hätte mich oft mal gewünscht, dass jetzt kein Bruch in der Geschichte einer Person war und ich jetzt sofort erfahren könnte, wie es weitergeht, aber dem war nicht so und das ist gut so. Diese Geschichte hat bei mir Erinnerungen geweckt und Gefühle ausgelöst und Erkenntnisse freigesetzt, die mich noch lange begleiten werden, weit über dieses Jahr – für das dieses Buch schon ein klares Highlight ist – hinaus.

Ich weiß, dass der Trubel um dieses Buch in verschiedenen Menschen unterschiedliche Gefühle hervorruft. Ich will dazu auch wirklich nicht viel sagen. Dennoch weder die Autorin Mareike Fallwickl, noch das Buch selbst, können etwas dafür, dass das Buch bei so überdurchschnittlich vielen Lesern gut ankommt. Ich glaube nicht, dass ein Hype einem Buch gut tun oder schaden kann. Hier herrscht lediglich Freude darüber, dass dieses außergewöhnlich Buch von so vielen Lesern gemocht wird, denn in meinen Augen hat diese außergewöhnlich erzählte Geschichte diese Aufmerksamkeit mehr als verdient.

Also bitte: lasst doch den Hype einfach Hype sein und das Buch eben ein Buch. Mareike ist super sympathisch und ich freue mich auf alles was sie in naher und fernen Zukunft noch schreiben wird.

Gelesen|Die Schlange von Essex – Sarah Perry

Kennst du das, wenn man Menschen sympathisch findet, weil sie viele Bücher gut finden, die du auch gut findest? Wenn du merkst, dass die Tipps von diesen Personen meistens ins Schwarze treffen? Ich habe auf Instagram einige von Ihnen kennengelernt und dies ist ein Buch, das einer solchen Empfehlung zu Folge bei mir eingezogen ist. Noch dazu durfte ich es als Rezensionsexemplar von litnity.com erhalten.

litnity ist eine Literatur-Community in der Beta-Phase für alle, die gerne lesen und sich vom Austausch mit anderen Lesern immer wieder aufs Neue inspirieren lassen. Schaut gerne mal dort vorbei, ich finde es eine interessante Plattform und bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln wird!

Jetzt aber schnell zurück zum Buch. Die Schlange von Essex habe ich schon letztes Jahr gelesen und nun möchte ich euch ein paar meiner Gedanken darüber mitteilen. Eigentlich ist es ein bisschen schwierig darüber zu schreiben, obwohl es doch schon eine Weile her ist. Und eigentlich ist es auch ein bisschen leichter darüber zu schreiben, weil es schon eine Weile her ist. Ich wünschte ich könnte den richtigen Abstand zwischen beenden eines Buches und dem perfekten Moment zum niederschreiben  meiner Gedanken dazu kennen. Das ist aber auch nicht schlimm, denn es ist eben so und das ist auch nicht zu ändern.

Jetzt aber wirklich zurück zum Buch. Beim Lesen des Buches hat sich in mir der Wunsch verstärkt wieder einmal Richtung Irland, Schottland oder England zu reisen. Und so wird es dieses Jahr auch kommen, denn auch wenn noch nichts gebucht ist, werde ich dieses Jahr nach Schottland reisen. Die Beschreibungen der Landschaft lassen die Umgebung in der die Geschichte spielt in meiner Fantasie lebendig werden.

Die Sprache ist wirkt poetisch und alt, sie erinnert mich ein bisschen an Jane Austen oder Emily Brontë, deren Schreibstil ich sehr gerne mag. Ich wusste nicht genau was mich erwarten würde und habe eine Weile gebraucht mich in die Zeit, die Sprache und die Geschichte hineinzuversetzen. Als dann der Funke übersprang konnte ich gar nicht mehr aufhören darin zu lesen. Das führte dazu, dass ich an einem Mittwoch bis halb zwei Uhr nachts las und es am Donnerstag nur müdigkeitsbedingt bereute, denn die Geschichte lies mich bis zu Ihrem Ende nicht mehr los.

Der Aufhänger der Geschichte ist das Mysterium um die Schlange von Essex, doch wer denkt, dass dieses Rätsel im Zentrum der Geschichte steht liegt falsch. Viel mehr geht es um die Menschen im Umfeld dieses Mysteriums, insbesondere um die Witwe Cora Seaborne. Sie scheint wie aus der Zeit gefallen, interessiert sich für Wissenschaft und ist selbstbestimmter als man es in dieser Zeit erwartet. Sie lernt einen Landpfarrer kennen und die Diskussionen zwischen den beiden sind ganz wunderbar zu lesen. So unterschiedlich sie sind, so sehr fühlen sie sich doch zueinander hingezogen.

Das Buch lebt nicht von Geschwindigkeit, sondern viel mehr von der Schönheit der Sprache, den Begegnungen zwischen verschiedensten Personen und den Briefwechseln, die mir sehr gut gefallen haben. Und über allem schwebt das Mysterium über die Schlange von Essex, das so manchen in den Wahnsinn zu treiben scheint.

Insgesamt bewerte ich das Buch wie Kaffee mit Milch und Zucker (3 von 4 Bewertungseinheiten, nachzulesen hier)

Gelesen|Olga – Bernhard Schlink

In der letzten Woche habe ich Olga von Bernhard Schlink gelesen. Das Buch habe ich in der Buchgalerie in Hof gekauft, nachdem ich eine wunderbare Unterhaltung mit der Buchhändlerin meines Vertrauens hatte, die mir den Erzählstil von Bernhard Schlink ans Herz gelegt hat. Dann ist mir noch eingefallen, dass ja auch Der Vorleser vom gleichen Autor ist und das mochte ich damals in der Schule wirklich sehr gerne. Jedenfalls den Erzählstil, denn die Geschichte fand ich schon ziemlich gewagt. Außerdem gibt es ja eine große Welle der Begeisterung, die bezüglich dieses Buchs über Instagram schwappt. Wobei ich gestehen muss, dass ich bei so Begeisterungswellen tendenziell eher vorsichtig werden. Dennoch hat das Buch seinen Weg zu mir gefunden und gerade eben habe ich es zu Ende gelesen.

Das Buch hat mir von Anfang an durch den schönen Erzählstil in seinen Bann gezogen. Bernhard Schlink kann erzählen und das kann er gut. In drei Abschnitten erzählt er aus verschiedenen Perspektiven von Olga, einer Frau, die kämpft und sich findet. Von einem Mann, der träumt und sich in seinen Träumen verliert. Die Erzählung handelt von einem Leben zwischen Wirklichkeit und Sehnsucht und vom Aufbegehren gegen gesellschaftliche Konventionen.

Es fiel mir schwer in die Geschichte hineinzufinden, weil ich Herbert vom ersten Moment an unsympathisch fand und nicht verstehen konnte, warum Olga Herbert so sehr geliebt hat. Dennoch ist das Buch gefüllt mit Weisheiten über Liebe:

Sie sagte sich, dass man in der Liebe einander nicht verfügbar ist, sondern ein Geschenk, und dass man einander auch im Brief ein Geschenk sein kann.

Und dann ist da immer wieder das Thema der Sehnsucht. Die Sehnsucht die Herbert und Eik und viele andere junge Männer dieser Zeit in sich trugen. Eine Sehnsucht, die sie sich nicht erklären können und die Olga nicht nachvollziehen kann:

Aber auch er will irgendwohin, wo er nicht ist, er weiß nur nicht, wohin.

Ich liebe wie Bernhard Schlink Olga Worte über Beständigkeit in den Mund legt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass dies ein Charakterzug ist, den ich in mir wiederfinden kann. Veränderungen haben für mich einen besonderen Reiz, der von mir fordert aus meiner Wolhfühl-Zone abzubrechen. Dennoch ist das nicht einfach für mich und dann fühle ich mich wie Olga:

Ich hänge an Menschen und Orten, ich brauche Dauer und ich hasse Bücher, ich lebe ein Leben der Beständigkeit.

Mein Fazit zum Buch: Das Buch war für mich insgesamt wie Kaffee mit Milch. (Das entspricht 2/4 auf meiner neuen Bewertungsskala, die ihr gerne hier nachlesen könnt. Damit fühle ich mich wohler als mit der klassischen 5-Stufigen Bewertungsskala, denn ich habe einen Hang dazu mich nicht entscheiden zu können und nehme mir hiermit bewusst die Tendenz zur Mitte) Es fehlte für mich das gewisse Etwas – der Zucker – der das Buch zu etwas besonderem macht. Versteht mich nicht falsch ich habe es gerne gelesen.

Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie ist eure Meinung dazu? Was haltet ihr grundsätzlich von Bernard Schlink?

Schönen Abend euch!

Maren

Gelesen | Meine Nachmittage mit Eva – Bärbel Schäfer

Nicht das erste Mal, dass ich euch mitteile wie sehr ich Literatur über den 2. Weltkrieg schätze. Die Thematik packt mich und durch dieses Buch ist mir wieder ein Stück weit klarer geworden, warum das so ist: Das gesamte Thema ist ohne Frage furchtbar und entsetzlich und eigentlich so grausam, dass es gar nicht in Worte zu fassen ist. Und gerade deshalb schätze ich all jene Menschen, die es schaffen diese Thematik in Worte zu fassen. Ein bisschen von dem Schmerz und dem Leid einzufangen. Und nicht nur das auch Hoffnung und Liebe und den Blick in eine Zukunft, die es wert ist weiterzukämpfen. Tag für Tag immer wieder neu.

Worum es geht?

Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Erfahrungswelten: Bärbel Schäfer und die 85-jährige Eva Szepesi. Eva trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm. Sie war erst elf Jahre alt, als sie allein vor den Nazis fliehen musste und schließlich nach Auschwitz gebracht wurde …

Jeden Mittwoch besucht Bärbel Schäfer ihre Freundin, und die beiden sprechen über Gewalt, Schrecken und Angst, aber auch über Freundschaft, Toleranz, Geborgenheit und Respekt. Es geht in diesem Buch um eine der letzten Überlebenden eines Konzentrationslagers. Bärbel Schäfer gelingt es auf empathische Weise und literarisch brillant, ihre eigene Lebensgeschichte vor den Erzählungen Evas zu spiegeln und damit ihre erschütternden Erfahrungen ins Heute zu holen.

Was ich darüber denke?

Ich wusste anfangs nicht so recht, was ich von diesem Buch erwarten sollte. Ich konnte mir unter der Beschreibung, die auf dem Klappentext zu lesen ist kein konkretes Konzept vorstellen. Bärbel Schäfer erzählt von Ihren Begegnungen mit Eva, die als Kind das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat. Heute im hohen Alter findet Eva Worte für all die Grausamkeiten, die ihr widerfahren sind und wie sie sich lange Zeit in Schweigen gehüllt hat.

Es gibt keine Worte für Evas Schmerzgewitter

Bärbel Schäfer beleuchtet nicht nur den Aspekt der jüdischen Opfer. Diese Seite kennt sie sowohl aus Evas Sicht als auch aus der Sicht ihres jüdischen Ehemannes, dessen Familie auch Erfahrungen in dieser Hinsicht sammeln musste. Bärbel Schäfer ist in einer christlichen Familie aufgewachsen, aber später zum Judentum konvertiert. Sie selbst bezeichnet sich als nicht religiöse Person.

Alles war möglich, weil man nichts erzählte und damit nichts zu wissen schien.

In ihrer eigenen Familie wurde über das Thema 2.Weltkrieg ihr Leben lang geschwiegen, sie weiß so wenig und bei Nachfragen, werden ihr immer wieder nur Ausreden und Ausflüchte präsentiert. Auch diese Familie schweigt. Das Schweigen ist anders motiviert als Evas schweigen, dennoch wird auch hier geschwiegen. Diese Verflechtungen machen das Buch für mich besonders interessant, denn die Autorin ist in dieses Spannungsfeld zwischen Tätern und Opfern involviert.

Die Verflechtungen zwischen den Erinnerungen von denen Eva berichtet und den aktuellen Erlebnissen und Gedanken, die Eva bewegen ist besonders gut gelungen. Sie schafft eine Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und lässt auch den Ausblick auf eine noch ungewisse Zukunft nicht außen vor. Was gibt es zu lernen? Was haben wir noch immer nicht verstanden? Und immer wieder: Wehret den Anfängen!

Die Frage, ob man genug gefragt, genug gelesen, genug Verstanden hat um was es geht beschäftigt mich genauso sehr wie Bärbel Schäfer. Sind wir uns wirklich klar, was damals geschehen ist und was heute wieder geschieht. Sind wir bereit einen Beitrag zu leisten für eine Zukunft, die es wert ist in ihr zu leben? Ich weiß es nicht.

Zwischendurch gibt es Kapitel im Buch, die für mich teilweise absolut fehl am Platz wirken. Sie passen nicht in den Gesamtablauf – weder chronologisch noch thematisch. Sie einzuordnen ist mir bis zum Ende des Buches nicht gelungen.

Am Ende steht die Hoffnung. Die Hoffnung, dass wir verstehen werden. Die Hoffnung, dass wir für unsere Werte einstehen werden. Die Hoffnung, dass wir nach unseren Werten handeln werden.

Lieblingszitat.

Denn es gibt sie, die Engel. Ihr müsst sie nur suchen. Immer wieder suchen. Ihr müsst eine so große Sehnsucht danach haben und euch anstrengen, immer wieder und allen Rückschlägen zum Trotz. Ihr werden sie finden. Daran möchte ich glauben. Daran glaube ich.

Die Teufel dürfen nicht das letzte Wort haben. Vergesst das nie!

Mein Fazit.

Ich glaube, dass Bücher zu diesem Thema wichtig sind. Daran glaube ich ganz fest. Diese Buch war insgesamt gut, aber phasenweise etwas anstrengend. Es gab Kapitel, die fehl am Platz wirkten, aber insgesamt gibt das Buch einen tollen Einblick aus einer seltenen Perspektive. Bärbel Schäfer lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben und an denen Evas. Gegen Ende des Buches verlangte mir das Buch dann gefühlsmäßig noch einmal alles ab. Ich saß da und wusste nicht ein noch aus.

Wir versuchen, diesen Ort zu verstehen. Er ist nicht zu verstehen. Dieser Hass, diese Gewalt ist übermächtig. Seine Willkür kaum auszuhalten.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen, dennoch gab es eine Aspekte, die mir nicht so gut gefallen haben. Ich vergebe also 3 von 5 Bewertungseinheiten.

Wie steht ihr zu Literatur zum 2. Weltkrieg? Habt Ihr für mich Buchempfehlungen zum Thema?

Alles Liebe

Maren

Gelesen | Ganz für mich – tausend gute Gründe, das Alleinsein zu feiern – Idalia Candelas

Idalia Candelas hat mit diesem wunderschön illustrierten Buch eine Erinnerung daran geschaffen, dass Alleinsein mehr als okay ist. Denn heute gibt es für mich Tausend Gründe mein Alleinsein zu feiern. 

Worum es geht?

Single-Frauen, so das Klischee, sind deprimiert und verzweifelt. Sie hängen missmutig auf dem Sofa rum und schütten in schönster Bridget-Jones-Manier literweise Rotwein in sich hinein. Doch das Alleinsein hat auch herrliche Seiten – das beweist die mexikanische Illustratorin Idalia Candelas in ihrem Buch »Ganz für mich«. Ihre Zeichnungen zeigen allein lebende Frauen, die sich in ihrer Haut und in ihrem Zuhause rundum wohlfühlen: Sie sind frei und unabhängig, haben das Bett und das Bad für sich allein, können stundenlang auf dem Sofa rumlümmeln, lesen, mit Freunden quatschen – und dann gehen sie raus und erobern voller Selbstbewusstsein die Welt. Aufgepasst, Ladys, Alleinsein ist nicht gleich Einsamkeit – es wird Zeit, dass wir das Single-Dasein gebührend feiern!

Was ich darüber denke?

Ich bin verliebt in die Illustrationen seitdem ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe. Ich glaube auch mich daran zu erinnern einige der Zeichnungen schon mal in Social Media gesehen zu haben. Gestalterisch ist dieses Buch absolut liebenswert und allein deshalb werde ich es wohl mehr als einmal in die Hand nehmen.

Das Buch ist liebevoll gestaltet und die Texte zu den Bildern sind gefühlvoll gewählt. Bei einigen denke ich mir „Wow! Wie wunderbar“ und bei anderen versetzen die Worten mir einen Stich und die Gedanken sind „Ja, das kenne ich und das ist gar nicht mal angenehm“ An vielen Tagen geht es mir richtig gut und dann kuschle ich mich in meiner Wohnung auf dem Sofa ein und mache es mir gemütlich. Ich kann mich mit den meisten Situationen in diesem Büchlein gut identifizieren – mit den Guten und den Schlechten.

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Kennst du diese Fragen von deinen verheirateten oder in Beziehung lebenden Freunden? Hast du das Gefühl, dass es Ihnen schlimmer erscheint, wenn Frauen Singles sind als wenn Männer Singles sind?

Und kennst du auch die Antworten und Gedanken, die mir im Kopf herum schwirren, wenn mir diese Fragen gestellt werden?

Nein – ich bin nicht in einer Beziehung. Ja – es geht mir gut. Dass ich alleine lebe bedeutet nicht, dass ich einsam bin. Klar gibt es Momente in denen es mir nicht so gut geht, aber wir leben in einer Zeit in der ich arbeite und Geld verdiene. Genug Geld verdiene um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich bin nicht auf einen Mann angewiesen, um überleben zu können. Das bedeutet nicht, dass ich mich nicht über Liebe freuen werde, wenn sie mir begegnet. Was ich damit sagen möchte ist: es geht mir gut und ich brauche dein Mitleid nicht.

Ob ich also einsam oder traurig bin? – Also nein: ich fühle mich nicht einsam.

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Mein Fazit.

Insgesamt ist es ein wundervolles kleines Buch gefüllt mit wunderschönen Bildern und einer Handvoll Wahrheiten, die jeder von uns egal ob in einer Beziehung oder nicht hin und wieder hören darf. Für mich also ein Buch, dass mich durchaus inspiriert hat. Und dennoch wünsche ich mir eigentlich nicht, dass es von Singles (egal ob männlich oder weiblich) gelesen wird, sondern vielmehr möchte ich es den Paaren in meiner Umgebung vorsetzen, die meinen mich mitleidig angucken zu müssen.

Und bitte: feiert euer Leben, egal ob Single oder nicht. Feiert das Glück und die Liebe (und die findet man ja auch in Familie, Freundschaften und bei den besten Kollegen) und die Abenteuer. Lebt!

Alles Liebe

Maren

Gelesen|Bilder deiner großen Liebe – Wolfgang Herrndorf

Wie dieses Buch zu mir gekommen ist. Eine Empfehlung in einem Livestream – ein Besuch in meiner liebsten Buchhandlung. Nein, eigentlich 3 Besuche in meiner liebsten Buchhandlung, denn ich verschenkte dieses Buch 2 Mal bevor ich es schließlich für mich selbst kaufte. Nach der Lektüre von „Tschick“ konnte ich dann nicht anders und musste direkt „Bilder deiner großen Liebe lesen“ – ich konnte einfach nicht anders.

Worum geht es ?

Ein Mädchen steht im Hof einer Anstalt. Das Tor geht auf, das Mädchen huscht hinaus und beginnt seine Reise, durch Wälder, Felder, Dörfer und an der Autobahn entlang: «Die Sterne wandern, und ich wandre auch.» Isa heißt sie, und Isa wird den Menschen begegnen – freundlichen wie rätselhaften, schlechten wie traurigen. Einem Binnenschiffer, der vielleicht ein Bankräuber ist, einem merkwürdigen Schriftsteller, einem toten Förster, einem Fernfahrer auf Abwegen. Und auf einer Müllhalde trifft sie zwei Vierzehnjährige, einer davon, der schüchterne Blonde, gefällt ihr.

An dem Roman über die verlorene, verrückte, hinreißende Isa hat Wolfgang Herrndorf bis zuletzt gearbeitet, er hat ihn selbst noch zur Veröffentlichung bestimmt. Eine romantische Wanderschaft durch Tage und Nächte; unvollendet und doch ein unvergessliches Leseerlebnis. «Ich halte das Tagebuch wie einen Kompass vor mich hin. Pappelsamen schneien um mich herum, und der süße Duft der Lichtnelken strömt durch die Nächte. Ich sehe einen Wald, aus dem vier hohe Masten aufragen über die Baumwipfel. Am Waldrand steht eine kleine Hütte, die Teil eines Wanderwegs ist, wie drei eingekastelte Zeichen verraten. Ein schwarzer Gedankenstrich, eine gelbe Schlange, ein rotes Dreieck. Mein Name.»

Was ich darüber denke ?

Ich hatte mich nach „Tschick“ sehr darauf gefreut die geheimnisvolle und verdrehte Isa besser kennenzulernen. Und das ist genau das, was ich während ich „Bilder deiner großen Liebe“ lese, nicht tue. Klar wir lernen Isa kennen, aber nicht so wie ich es erwartet hatte, sondern auf eine sehr viele intensivere Art und Weise, denn Isa ist unsere unzuverlässige Erzählerin. Ich tauche direkt ohne irgendwelches Vorgeplänkel in die Geschichte ein. Ich sehe die Welt so wie Isa sie sieht und auch nur das was sie mir erzählen möchte. Sie teilt ihr Gedankenwelt mit mir. Oft bin ich verwirrt, doch fast genauso häufig beeindrucken mich die tiefsinnigen Gedanken, die sie fast.

Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert.

Verrückt – ja das ist Isa wohl und die Reise auf der wir sie begleiten folgt keinem logischen Weg. Die Landschaft verändert sich so rasant wie sie sich auf einer Reise zu Fuß kaum verändern kann und ich verliere das Zeitgefühl während ich mit Isa durch Deutschland laufe fast vollkommen. Einer der wenigen fixen und zuverlässigen Punkte der Geschichte ist die Begegnung mit Maik und Tschick – die beiden kannte ich ja schon aus „Tschick“. Und für mich ist es einer der wenigen fixen Punkte in einer sonst chaotischen und unlogischen Erzählung. Bitte fasst das nicht negativ auf! Ich finde es passt so gut zu der ganze Geschichte und der Art und Weise wie ich Isa wahrnehme. So wie sie sich selbst wahrnimmt. Sie widerspricht sich mehr als einmal selbst und auch das passt für mich gut in das gesamte Konzept des Buches.

Das Buch ist gefüllt mit interessanten Begegnungen und plötzlichen Weisheiten da wo ich sie nicht erwartet hätte und gerade das sind für mich die kleinen Schmuckstücke in dieser umstrukturieren Geschichte, die mich als Strukturliebhaber schon gehörig herausfordert. And er ein oder anderen Stelle erwische ich mich dabei zu denken: „Hätte man das nicht besser strukturieren können? Hilfe! Wo bin ich? Was ist den jetzt schon wieder passiert?“

Nicht wichtig, bis auf die Liebe, und im Grund war auch die Liebe nicht wichtig. Sondern der Weg zu ihr. Das war das größte Glück.

Viele Gedanken kann ich nicht zu Ende denken und so vieles bleibt offen. Und das scheint mir charakteristisch für diese Zeilen, die Wolfgang Herrndorf ich den letzten Monaten und Wochen seines Lebens geschrieben hat. Das Nachwort gibt einen Überblick darüber wie dieser unvollendete Roman zustand kam und welchen Schwierigkeiten sich Autor und Herausgeber stellen mussten. Bis zu letzt war die kein einfaches Projekt und doch bin ich mehr als froh, dass sich Menschen dieser Herausforderung gestellt haben, denn ich möchte diese Zeilen nicht missen.

Mein Fazit.

Ich finde, dass „Bilder deiner großen Liebe“ ein absolutes Must-read ist für jeden der „Tschick“ lieb gewonnen hat. Es ist ganz anders, denn Isa ist ja nicht Maik. Die Geschichte ist chaotisch und unstrukturiert, aber auch das ist Isa. Für mich war das Lesen an vielen Stellen eine Herausforderung, da ich ein Strukturmensch bin, aber das hängt mit mir zusammen und nicht mit dem Buch. Dass der Roman unvollendet ist hätte ich vermutlich nicht gemerkt, wenn ich es nicht gewusst hätte. Ich habe Isa sehr gerne auf ihrer Reise begleite und ihre Worte hallen noch in meinem Kopf nach.

So schön ist alles, wenn es schön ist, aber meistens ist es nur in meinem Kopf.

Alles Liebe

Maren

Gelesen | Tschick – Wolfang Herrndorf

Mein erstes Buch von Wolfgang Herrndorf. Tschick ist auf einem ganz besonderem Weg in meine Hände gefunden. Denn aufmerksam geworden bin ich auf Wolfgang Herrndorf durch einen Livestream der wunderbaren Buchhandlung ocelot aus Berlin (ich war selbst noch nie dort, aber die Livestreams lassen meine Wunschliste permanent länger werden). Das Buch wurde mit letztendlich von der lieben Simone zugeschickt, die das Buch einer Freundin schenken wollte, die das dann allerdings nicht haben wollte. Und so kam es diese Woche mit der Post an und innerhalb von zwei Tagen hatte ich es zu Ende gelesen.

Worum geht es?

„Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. ‹Ah›, sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. ‹Macht das Spaß?›“

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Meine Meinung zum Buch

Das Buch liest sich ganz wunderbar. Ich und die Erzählung sind sehr schnell miteinander warm geworden und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Ich habe das Buch förmlich verschlungen, während ich mit Maik und Tschick durch Deutschland gereist bin.

Die beiden sind als Charaktere von Anfang an sehr interessant und ich war sehr neugierig wie sich die Dynamik zwischen den beiden entwickeln würde. Aber nicht nur die Protagonisten im Buch sind außergewöhnlich, sondern ausnahmslos jede Person, die in ihrem Umfeld ist und der sie begegnen. Vermutlich liegt das aber auch daran, dass alles was beschrieben und berichtet wird besonders wird sobald Maik es erzählt. Der Erzählstil ist von einer Leichtigkeit geprägt, die ich liebe und doch merkt man wie wohl gewählt jedes einzelne Wort ist und alles das was erzählt wird. Die Art und Weise wie Maik die Welt um ihn herum wahrnimmt und was er empfindet verleihen der Geschichte eines ganz tollen Charme.

Die Geschichte ist witzig, absurd, schön und traurig. Zu keinem Zeitpunkt ist die Geschichte kitschig. Ganz im Gegenteil gibt es viele skurrile und düstere Momente. Das Buch ist als Gesamtkomposition super gut gelungen.

Lieblingszitate

Für mich gab es keine besonders herausragenden Passagen, da die ganze Geschichte so wunderbar erzählt ist. Dennoch möchte ich euch dieses Zitat mitgeben, weil ich mich manchmal frage, ob es wirklich jeden Tag etwas gibt wofür ich dankbar sein kann. Denn ganz ehrlich manche Tage sind einfach furchtbar und dann ist es vielleicht gut, wenn er einfach vorbei ist:

Und das war das Beste an diesem Tag, dass er endlich zu Ende war.

Das Zweite Zitat ist für all die Momente, die mir die Sprache rauben, denn das passiert – öfter als ihr vielleicht denkt – obwohl ich so wahnsinnig vernarrt in unsere wunderschöne Sprache bin:

… und ich fragte mich, warum das eigentlich so schön war. Ich wollte sagen, wie schön es war, oder jedenfalls wie schön ich es fand und warum, oder wenigstens, dass ich nicht erklären konnte warum, und irgendwann dachte ich, es ist vielleicht auch nicht nötig es zu erklären.

Mein Fazit

Einfach nur: Wow! Ich bin schockverliebt in dieses Buch, in dieses Schreibstil. Ich bin positiv überrascht, dass dieses Buch mich so umhauen konnte. Eine tolle und außergewöhnliche Geschichte, gepaart mit etwas skurrilen Aspekten verpackt in einer wunderschönen Erzählung.

Ich habe es sehr gerne gelesen und bin schon gespannt darauf mehr von Wolfgang Herrndorf zu lesen.

Alles Liebe

Maren

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