Grenzwerte – Max Czollek

mit Illustrationen von Mario Hamborg

Lyrik. Das ist doch nichts für mich.

Das hab ich zumindest sehr lange gedacht und so weit es geht Abstand gehalten. So gut es geht. So lange es geht.

Und dann bin ich immer wieder über Texte gestolpert. Mal hier mal dort. Und hin und wieder war etwas dabei, das ich gut fand oder zumindest nicht absolut unverständlich. Und dann war da diese Lesung anlässlich der Buchmesse in Leipzig. In diesem winzigen Laden, der antiquarischen Kram verkauft. Die Lesenden waren Autoren des Verlagshauses Berlin. Ich war ein bisschen verzaubert.

Das kannte ich so nicht. Lyrik, die noch lange in mir nachhalte. Eindrücke, die ich intensiveren wollte. Ich geb es zu: Mich hat der Ehrgeiz gepackt. Was ist das mit Lyrik und mir? Kann das funktionieren? Was lösen diese Texte in mir aus? Ich las von Anna Hetzer – Kippbilder und Odile Kennel – Horse Texte.

wenn du bei einer lyriklesung bist und nichts verstehst

bist du richtig.

Grenzwerte – Max Czollek

Ich fühle mich weit davon entfernt, irgendetwas in der Ganzheit dessen zu begreifen, was die Schreibenden sich dabei denken. Nach und nach lege ich diese Erwartungshaltung ab. Fühle mehr und denke nicht mehr ganz so viel darüber nach. Erzwinge es nicht den Text zu begreifen. (Ich erinnere mich noch daran, dass meine Abiturprüfung in Deutsch zum Thema hat, ob es einen richtigen Weg geben würde Lyrik zu begreifen. Seltsam, warum mir das gerade jetzt wieder einfällt) Im letzten Jahr habe ich mich dafür entschieden ein feines Lyrikabo abzuschließen. Mir gefällt diese Idee sehr – schaut gerne mal auf der Website vorbei, falls ihr euch dafür interessiert und es noch nicht kennt. Und so flatterte Grenzwerte von Max Czollek in mein Haus.

Ein Stück Klappentext.

Max Czolleks neuer Gedichtband Grenzwerte ist eine Grand Tour durch Orte, Diskurse – und durch die Geschichte. Denn Dichtung ist bei Czollek immer auch ein Sprechen der Vergangenheit: Eine Form von Gegenwartsbewältigung. Der Ungleichzeitigkeit der Zeit – dieser kette aus kalenderblättern / dem gefühl, als wäre beim reißverschluss der schieber kaputt – begegnet Czollek mit den Mitteln der Dichtung, mit Metapher und Collage. Dabei ist er kein passiver Chronist, seine Verse sind jederzeit bereit, zurückzuschlagen, sich Sprachordnungen anzueignen und neu zu formatieren. Und so ist Grenzwerte nicht nur ein Logbuch der Gegenwart, sondern auch eines des Dichters selbst: ich komme mir vor, als säße ich in einem meiner gedichte / und vielleicht tue ich das auch.

ob geschichte unsere größte verletzung bleibt, steht noch dahin, steht alles noch dahin

Grenzwerte – Max Czollek

Was das Buch ausmacht und was es mit mir gemacht hat.

Ich kann jetzt anfangen zu analysieren, aber lass mich ehrlich sein: ich möchte das jetzt gar nicht.

Und ich kann auch nicht.

Was ich kann ist dir erzählen, dass ich es mag, wie sich Max Czollek zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewegt. Ich mag das Gefühl. Dieses Gefühl von: oh. so hatte ich das noch gar nicht gesehen. ich wäre nicht auf die Idee gekommen das Thema aus diesem oder jenen Blickwinkel zu betrachten. Manche Zeilen überrumpeln mich förmlich. Ich fühle mich ertappt. Warum bin ich nicht darauf gekommen?

ist eine fehlerhafte autokorrektur, auch ein freudscher versprecher

Grenzwerte – Max Czollek

Lyrik und ich. Wir fangen an miteinander warm zu werden. Es ist nicht die große Liebe. Das wird es wohl nie sein. Es sind schöne Begegnungen, es ist wie einen Menschen langsam besser kennen und schätzen zu lernen. Es ist schön etwas neues zu entdecken.

180°Meer – Sarah Kuttner

Es fing an mit Kurt. Intensiv und eine Achterbahn der Gefühle. Ein Haufen Tränen. Danach hörte ich Mängelexemplar. Das war ganz anders. Ebenfalls viele Gefühle. Viele Erwartungen, die an Menschen gestellt werden. Und Angst, dann Kontrollverlust. Die Geschichten von Sarah Kuttner scheinen für mich zu funktionieren. Bislang hat mich jede auf die eine oder andere Art berührt. Die Geschichte und die Sprache. Also weiter im Programm: 180°Meer

Ein Stück Klappentext.

Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie alles nur noch irgendwie erträgt: ihren Job als Sängerin, die unzähligen Anrufe ihrer Mutter, den ganzen Hass in ihr, der sie fast verschwinden lässt. Als auch ihre Beziehung zu bröckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bruder nach England, auf der Suche nach Ruhe und Anonymität.
Doch dort trifft sie auf ihren Vater, der im Sterben liegt. Zaghaft beginnt Jule einen letzten Versuch, sich dem Mann anzunähern, von dem sie sich ihr Leben lang im Stich gelassen gefühlt hat.

Eine tragikomische Road-Novel über das komplizierte Verhältnis zu den eigenen Eltern und den Wunsch, Urlaub von sich selber machen zu können.

Was das Buch ausmacht und was es mit mir gemacht hat.

Es geht um Erwachsenwerden. Es geht darum loszulassen. Es geht darum herauszufinden, was Jule möchte. Ein Ansatz, der für mich durchaus funktionieren könnte.

Ich bin nicht greifbar. Wie ein winziger Schauer, der einem über das Rückgrat fährt, ein Wort, das einem nicht einfällt, das ungute Bauchgefühl, wenn doch eigentlich alles glattgelaufen ist.

180°Meer – Sarah Kuttner

Jule ist mir von Anfang an nicht besonders sympathisch. Vielleicht beginnt es mit dem oben genannten Zitat. Sie ist irgendwie nicht greifbar und wird für mich im Verlauf des Buches auch nicht unbedingt greifbarer. Es gibt etwas an ihr, das mich stört, aber ich kann es nicht genau festmachen.

Die Geschichte ist ganz nett. Nachdem ihre Affäre aufliegt, macht sich Jule auf den Weg nach England. Besucht erst ihren Bruder und zieht dann noch etwas weiter. Immer wieder schwappen Erinnerungen herüber. Jule sieht sich konfrontiert mit der Vergangenheit: depressive Mutter, Trennung der Eltern. Trifft ihren Vater. Nichts davon ist rational. Alles ist vollgestopft mit übermäßig viel emotionalen Ballast.

Butter ist Liebe.

180°Meer – Sarah Kuttner

Zwei von drei Büchern, die ich von Sarah Kuttner gelesen habe, haben mir sehr gut gefallen. Das hier nicht.

Frau im Dunkeln – Elena Ferrante

aus dem Italienischen von Anja Nattefort

Körperliche Müdigkeit ist wie ein Vergrößerungsglas.

Frau im Dunkeln – Elena Ferrante

Ich habe letztes Jahr die Mutter einer Freundin besucht, die in einer Bücherei hier in der Gegend arbeitet. Ich blieb vor einem Regal mit nicht einsortierten Büchern stehen. Sie erklärte mir, dass oft Bücher gespendet werden und nicht alle ihren Weg in den Bestand der Bücherei finden. Ob ich mir ein oder zwei Bücher mitnehmen möchte? Klar! Da konnte ich nicht nein sage. Und so griff ich zum ersten Teil der Neapolitanischen-Saga. (also, was ist dran an diesem Ferrante-Fieber?) Es war ganz nett, aber mehr nicht. Kann mir gut vorstellen die weiteren Teile irgendwann als Urlaubslektüre zu lesen. Über Instagram wurde ich auf die Frau im Dunkeln aufmerksam und so zog das Buch schließlich als Quartalskauf in der schönen Büchergildeausgabe bei mir ein.

Ein Stück Klappentext.

Leda ist fast fünfzig, geschieden, sie unterrichtet Englisch an der Universität in Florenz. Die erwachsenen Töchter sind jetzt beim Vater in Kanada, und Leda muss sich eingestehen, dass sie statt der erwarteten Sehnsucht vor allem Erleichterung empfindet. Den heißen Sommer verbringt sie in einem süditalienischen Küstenort: Bücher, Sonne, das Meer, was könnte friedlicher sein? Am Strand macht sich neben ihr allerdings eine übermütig lärmende neapolitanische Großfamilie breit, darunter eine noch junge Mutter und deren kleine Tochter. Leda beobachtet die beiden über Tage, zunächst fasziniert, wohlwollend. Allmählich aber schlägt ihre Stimmung um, irgendwann folgt sie einem Impuls und tut dem kleinen Mädchen und der Familie etwas Unbegreifliches an. Und wird selber heimgesucht, von lange verdrängten Erinnerungen – an gravierende Entscheidungen, die sie zu treffen hatte, ganz zum Leidwesen ihrer eigenen Töchter …
Was bedeutet es, eine Frau und Mutter zu sein? Mit frappierender Ehrlichkeit ergründet Elena Ferrante die widersprüchlichen Gefühle, die uns an unsere Kinder binden.

Was das Buch ausmacht und was es mit mir gemacht hat.

Die Geschichte ist stimmig. Die Figuren, das Setting und die Situationen die gezeichnet werden passen ingesamt gut zusammen. Der Text liest sich flüssig. Ich habe mich insgesamt gut unterhalten gefühlt. Durch das ganze Buch zieht sich eine äußerst beklemmendes Gefühl.

Das zentrale Thema ist Mutterschaft. Und naja. Abgesehen von der Beziehung zu meiner Mutter, kann ich zum Thema Mutterschaft rein gar nichts sagen. Dennoch hat mich die Perspektive, die Elena Ferrante in der Figur von Leda aufspannt fasziniert. Sie beleuchtet eine dunklere Seite des Mutterseins, was ich spannend finde. In manchen Punkten konnte ich mich relativ gut in die Gefühle von Leda hinein fühlen, aber der komplette Aspekt, warum sie von dieser Puppe so fasziniert ist, erschließt sich mir nicht im Entferntesten.

Was man Kindern hinter verschlossenen Türen nicht alles antut und sagt.

Frau im Dunkeln – Elena Ferrante

Insgesamt versöhnt mit diese Geschichte etwas mit meinem ersten Eindruck von Elena Ferrante. Höchstwahrscheinlich auch deshalb, weil dieses Buch sich konzentrierter anfühlt, als „Meine geniale Freundin“

Die Känguru-Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers – Marc-Uwe Kling

Die Känguru-Chroniken #1

Wenn es um die Geschichten um Marc-Uwe und das Känguru geht, bin ich Wiederholungstäter. Ich habe den Überblick verloren zum wievielten Mal ich den ersten Teil dieser Reihe nun höre. Oder anders: einige Zitate und Geschichten sind mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. So sehr, dass ich sie gerne in Gespräche einbaue. Am liebsten höre ich die Geschichten, denn gelesen von dem Mann, der sie geschrieben hat, funktionieren sie für mich am Besten.

Ein Stück Klappentext.

»Ich bin ein Känguru – und Marc-Uwe ist mein Mitbewohner und Chronist. Nur manches, was er über mich erzählt, stimmt. Zum Beispiel, dass ich mal beim Vietcong war. Das Allermeiste jedoch ist übertrieben, verdreht oder gelogen! Aber ich darf nicht meckern. Wir gehen zusammen essen und ins Kino, und ich muss nix bezahlen.« Mal bissig, mal verschroben, dann wieder liebevoll ironisch wird der Alltag eines ungewöhnlichen Duos beleuchtet. Völlig absurd und ein großer Lesespaß.

Was das Buch ausmacht und was es mit mir macht.

Das Buch lebt von der Beziehung zwischen einem kommunistischen Känguru und einem Kleinkünstler. Dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft entspringen Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Konsum. Kapitalismus. Psychologen. Soziologen. Polizisten. Die Kunstszene in Berlin. Immer gewürzt mit einer ordentlichen Prise schwarzem Humor.

“Du kennst doch bestimmt den Spruch, dass Gott die Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Guck dich mal um! Wenn man davon ausgeht, dass Gott ein Arschloch ist, ergibt das plötzlich mächtig viel Sinn.” 

Die Känguru-Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers – Marc-Uwe Kling

Die einzelnen Geschichten sind kurzweilig und witzig. Manche bringen mich mehr zum Lachen als andere. Bei anderen habe ich das Gefühl, dass sich der Humor, der dahin steht schon etwas abgenutzt hat Zu oft gehört. Insgesamt überwiegt der positive Eindruck, so dass ich diese Geschichten sicherlich immer wieder hören werde.

Ich mag die beiden sehr gerne. Aktuell höre ich den zweiten Teil – das Känguru-Manifest. Eine Riesenfreude beim Autofahren oder Putzen.

Hast du das Känguru schon kennengelernt?

Gelesen | Die verlorene Seele – Olga Tokasrczuk & Joanna Concejo

aus dem Polnischen von Lothar Quinkenstein

Könnte uns jemand von oben beobachten, er sähe so viele Menschen auf der Welt in ständiger Eile, erhitzt und erschöpft. Und er sähe ihre verlorenen Seelen, die nicht mehr Schritt halten können mit ihnen

Die verlorene Seele – Olga Tokasrczuk & Joanna Concejo

Vielleicht war dieses Buch unausweichlich. Ein langsamer Samstag. Ein Besuch in der Buchgalerie. Ein Plausch mit einer lieben Buchhändlerin. Etwas über die Auslagen auf den Tischen und in den Regalen stöbern. Dieses Buch in die Hand nehmen. Mit den Fingern über den Titel streichen. Diese Haptik!

Ich kann nicht besonders viel über dieses Buch sagen ohne zu viel darüber zu verraten. Deshalb stelle ich kurz ein paar Worte voran mit denen mir das Buch empfohlen wurde:

„Nehmen Sie sich Zeit dafür. Das Buch macht etwas mit einem.“

Lass einfach mal die Bilder auf dich wirken. Mich haben sie sehr berührt.

Und dann gibt es ja auch noch etwas Text.

Lass mich wissen, falls dieses Buch dir auch schon in die Hände gefallen ist.

Gelesen | Drüberleben – Kathrin Weßling

Ich hatte Angst vor den Menschen, die sich um mich drängten, und ich hatte noch mehr Angst vor der Vorstellung, dass irgendwer bemerken könnte, dass ich Angst vor der Vorstellung hatte, dass jemand bemerken könnte, dass ich furchtbare Angst hatte.

Drüberleben – Kathrin Weßling

Ich erinnere mich noch ganz genau. Es war vor etwa zwei Jahren in Leipzig. Ich lies mich relativ planlos von einer Lesung zur nächsten treiben. Verweilte hier etwas länger als dort und landete schließlich bei einer Lesung von Kathrin Weßling, die aus „Super, und dir las“ Um eine lange Geschichte kurz zu machen: die Worte flossen nur so in mich hinein und die Tränen aus mir heraus. Ein Buch, dass mit emotionaler Wucht mein Herz traf. Selbstoptimierung. Check. Leistungsdruck. Check. Kurz vor dem Zusammenbruch. Check. Zu sagen, dass mich dieses Buch aufgewühlt hat, ist eine bloße Untertreibung.

Wenn mir Bücher von AutorInnen gefallen, hoffe ich immer, dass es nicht das erste Buch von ihnen ist. Ich liebe es mich rückwärts oder durcheinander durch die verschiedensten Bücher einer lieb gewonnenen AutorIn zu lesen. So auch nun – etwas zeitversetzt – Drüberleben.

Der Klappentext

Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein!

Ida steht zum wiederholten Mal in ihrem Leben vor der Tür einer psychiatrischen Klinik, mit einem Zettel, auf dem ihr Name und der Grund für ihren Aufenthalt genannt sind. F 32.2. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. »Drüberleben« erzählt von den Tagen nach diesem Tag, von den Nächten, in denen die Monster im Kopf und unter dem Bett wüten, den Momenten, in denen jeder Gedanke ein neuer Einschlag im Krisengebiet ist. Es erzählt von Gruppen, die merkwürdige Namen tragen, von Kaffee in ungesund großen Mengen, von Rückschlägen und kleinen Fortschritten, von Mitpatienten und von Therapeuten. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich zehn Wochen in eine Klinik begibt und dort lernt zu kämpfen. Gegen die Angst und gegen das Tiefdruckgebiet im Kopf.

Im Grund genommen gab es zahlreiche Momente und Augenblicke, die so schnell wie ein Kamerablitz passierten und die nichts hätten verändern müssen und die trotzdem alles geändert haben.

Drüberleben – Kathrin Weßling

Gut. Eine Geschichte über Depression also. Wie weit sind wir eigentlich damit, dass psychische Krankheiten endlich nimmt mehr stigmatisiert werden? Nicht besonders weit. Das ist mein Empfinden, wenn ich mich mit Freunden unterhalte. Die Kluft ist dunkel und tief zwischen den Menschen, die bereit sind offen mit ihrer Psyche und deren Zustand umzugehen und denen die laut schreien: „Über sowas spricht man doch nicht!“

Ich lerne zwischen den Seiten dieses Buches Ida kennen. Ida die offensichtlich gefallen ist. Sich selbst als menschlichen Verkehrsunfall begreift. Ich begleite Ida in die Klinik. Es ist nur der scheinbar nächste von gefühlt endlos vielen Aufenthalten dieser Art, die bisher für Ida nur Pflaster waren. Nie den gehofften Durchbruch erzielten. Oder wenn doch, nicht lang genug festhalten konnten. Ich folge Ida also in die Klinik. In das Geflecht aus Fallstricken zwischen medizinischem Personal, Patienten und den Ungeheuern, die jeder unabhängig von seiner Rolle in der Klinik mit sich herum trägt.

Was das mit mir macht? Ida und der Text entwickeln für mich sehr schnell einen starken Sog. Ich bin fasziniert von dem wie sie ist. Von dem, das sie möchte, dass andere Menschen sehen. Von dem, das sie versteckt und verbirgt, so lange bis sie es selbst fast vergessen hat. Vielschichtig. Widersprüchlich. Unglaublich sympathisch in den emotionalen Ausbrüchen, die sich mit einer Wucht ihren Weg bahnen. Ich erkenne in Ida Facetten von mir wieder. Das ist gut fürs Leseerlebnis, aber es tut auch weh. Ich fühle. Ungefiltert. Ich lege meinen Gefühlen Filter nur zu gerne Filter auf. Verdränge, dass sie da sind. Texte, Geschichten wie diese heben den Filter auf. Dazu kommen wunderschön gewählte Worte, die sich in Ihrer Kombination tief in mein Herz einbrennen.

Jedes Mal bin ich erschrocken ob der Unveränderlichkeit mancher Dinge in alle den Veränderungen um sie herum

Drüberleben – Kathrin Weßling

Ob es sich lohnt? Klar!

Off Topic: Während ich gerade an diesem Text schreibe läuft im Hintergrund Musik von Billie Eilish. Ich verliebe mich gerade in ihre Musik und ganz allein Sophie Passmann ist dafür verantwortlich. Danke dafür!

Gelesen | Fast genial – Benedict Wells

Fast genial.

Drei junge Menschen.

Ein Road Trip.

Worum geht es?

Die unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen mittellosen Jungen aus dem Trailerpark, der eines Tages erfährt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist, und sich auf die Suche nach ihm macht das Abenteuer seines Lebens.

Und sonst so?

Erinnert ihr euch an ‚Tschick‘? Das war ja auch so eine Road Trip Geschichte über ein paar Teenager, die sich auf den Weg wohin gemacht haben. Die Grundidee ist hier ganz ähnlich, wobei ich finde, dass das was den Protagonisten hier antreibt ein durchaus interessanter Antrieb ist. Oder was würdest du machen, wenn du erfährst, dass dein unbekannter Vater ein Genie ist. Wenn du erfährst, dass du Teil eines Experimentes warst, aus dem haufenweise Genies entstehen sollte? Und du doch ganz genau weißt, dass du genau das nicht geworden bist.

Was macht das mit einem jungen Menschen, wenn er sich auf die Suche nach seinem Ursprung begibt? Ich will mit dir ehrlich sein. Teenager sein. Das ist alles andere als einfach. Und sicher erinnerst du dich daran, wie schwierig das für dich war. Ganz egal wo du herkommst und wie deine Familie so ist. Das ist einfach eine ätzende Zeit. Rausfinden wer du bist und wo du hin willst? Freunde, die dich maßgeblich beeinflussen. Bewusst oder unbewusst. Die erste große oder nicht so große Liebe. Und mitten drin du. Und du weißt es einfach nicht. Du kommst nicht mal mit dir selbst klar. Wie sollst du dann mit der Welt klar kommen. Ich finde das wird in diesem Buch so gut eingefangen.

Sein Kopf war voller Geräusche und Empfindungen und gleichzeitig einfach nur leer.

Fast genial – Benedict Wells (S.90)

Ich bin jetzt Mitte 20. Da sollte ich doch allmählich mal ankommen, aber das passiert eben auch nicht. Ich fühle mich heute anders als mit 16, aber im Prinzip gibt es doch heute wie gestern große Themen, die in meinem Kopf herumfliegen und mich nicht zur Ruhe kommen lassen.

Da frage ich mich dann auch schon mal, ob sich denn überhaupt etwas verändert hat in den letzten 10 Jahren. Und ja verdammt! Hat es! Ich habe so einiges erreicht. Ich möchte meiner Grundschullehrerin sagen, dass ich nicht zu zart fürs Gymnasium bin. Ich möchte meiner Deutschlehrerin aus der fünften Klasse sagen, dass ich eine Verbindung zu den Wörtern in mir gefunden habe. Eine Stimme für das, was in mir schlummert. Meine Stimme. Und hey: Ich rocke meinen Job. Eine Frau in der Automobilbranche. Ich liebe den Kick, das Adrenalin, die Verhandlungen mit großen Playern.

Nicht alles wird gut. Auch ein Learning der letzten Jahre. Dachte ich, dass Freundschaften gibt, die ein Leben lang halten. Von vielen ist schon jetzt kaum mehr etwas übrig. Menschen, die so viel Platz in meinem Herz eingenommen haben. Ich dachte ohne sie wäre mein Leben eine leere Hülle. Ist aber nicht so. Lass mal gehen, was uns nicht gut tut.

Nur fast gewonnen zu haben tut am meisten weh.

Fast genial – Benedict Wells (S.133)

Was am Ende bleibt:

Ich habe dieses Buch gerne gelesen.

Sprachliche Finessen blieben in meinen Augen eher aus.

Was bleibt ist eine Bilanz für mich. Mal zurückblicken auf die letzten 10 Jahre. Mal anschauen wo ich jetzt stehe. Lächeln, weil so viel sich verändert hat. Mal zum Besseren, mal zum Schlechteren. Und an so viele Veränderungen kann ich kein Label pappen, weil ich noch keine Ahnung habe, was daraus werden wird. Wird schon werden. Irgendwas.

Gelesen | Mücken an der Wand – Ruth Frobeen

Unerwartet.

Für mich ist es dieses Wort, das am besten beschreibt, wie mich diese Geschichte erwischt hat. Nämlich vollkommen unerwartet und mit Gefühlen, die ich diesem Buch nicht zugetraut hätte.

Also. Worum geht es?

Erotikautorin Ylvie Unverdorben will dem Medienzirkus den Rücken kehren und sich endlichen mit dem Thema auseinandersetzen, das sie seit Jahren verdrängt: den Selbstmord ihres Bruders.

Sie war nach außen ein funkelnder Stern, aber tief in ihrem Inneren schluckte die Dunkelheit jedes Licht.

Mücken an der Wand – Ruth Frobeen (S. 12)

In einem winzigen Küstenort will Ylvie eigentlich nur in aller Einsamkeit ihr bisher persönlichstes Buch fertigbringen. Sie landet eher zufällig auf Island – einem geheimnisvollen Land, das in einer Nebelsuppe schwimmt, voller Elfenmythen steckt und bei Sylvie doch für Klarheit sorgt.

Unerwartet findet Ylvie hier eine Freundin fürs Leben, Ihre große Liebe und einen neuen Zugang zu ihrer eigenen Geschichte. Und so verschiebt sich der Rand der Welt zu Ylvies neuem Lebensmittelpunkt.

Ein Buch voller Mücken, die an der Wand sitzen und nur darauf warten, loszufliegen.

Was ich darüber denk und was es mit mir gemacht hat?

Der Anfang war nicht leicht. Wirklich? Dein Ernst? Erotikautorin Ylvie Unverdorben. Noch mehr Klischees gefällig? Klar, denn um das unverarbeitete Trauma, das durch den Selbstmord ihres Bruders ausgelöst wurde, in Angriff zu nehmen fährt sie nach Island … Wie einfallslos.

Dennoch ist da die liebevolle persönliche Widmung der Autorin von der ich das Buch zugeschickt bekommen hatte. Und was soll ich sagen: Irgendwie trug diese dazu bei, dass ich dem Buch eine mittelgroße Chance einräumte.

Und am Ende des Tages ist es vielleicht nicht die Geschichte an sich, die mich sehr berührte, sondern viel mehr einzelne ausgewählte Worte. Worte, die mein Herz berührt und meine Seele erschüttert haben. Wahrheiten, die mich daran erinnern, dass manche Menschen eben so sind wie sie sind. Ich kann vieles nicht ändern. Es ist passiert. Es ist vergangen. Und es gibt Menschen, die brauchen das Drama oder den Schmerz. Das ist tragisch aber es is wohl so.

Man konnte einen Teil von sich nicht einfach löschen wie man ein paar dumme, geschriebene Wörter einfach löschte.

Die eigene Vergangenheit tanzt immer im Staub der Zeit, dachte Ylvie. Manchmal fällt Licht auf sie – und manchmal nicht.

Mücken an der Wand – Ruth Frobeen (S.85)

Mein Fazit

Ich mochte diese Geschichte. Irgendwie. Es ist eine nette Geschichte, die mich Seite für Seite ein bisschen mehr in Beschlag nahm. Für meinen Geschmack ein bisschen vorhersehbar und behaltet mit Klischees. Und dennoch: Da sind diese fein gewählten Worte, die mich nachdenken lassen. Über meine Vergangenheit. Über Möglichkeiten. Und nicht zuletzt darüber, dass Island ein gutes Reiseziel sein könnte.

Gelesen | Die letzten Tage des Patriarchats – Margarete Stokowski

Die letzten Tage des Patriarchats hatte ich schon länger im Blick. Bei einem Besuch Anfang Dezember in der Bücherei habe ich es dann mitgenommen. Und in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren habe ich es innerhalb weniger Tage verschlungen.

Margarete Stokowski ist eine polnisch-deutsche Autorin und Kolumnistin. Sie schreibt in Ihren Kolumnen scharfsinnig, intelligent und humorvoll mit einer großen Prise Ironie (funktioniert hier auch genial in geschriebener Form). Sie greift die Themen auf, die unsere Gesellschaft beschäftigen und beschäftigen sollten. Ihre Essays zu Themen wie Flüchtlingspolitik, Feminismus, Rechtspopulismus und Macht rütteln an festgefahrenen Gedankenstrukturen. Viele der Kolumnen haben mich sehr zum nachdenken angeregt.

Dieses Buch funktioniert für mich wahnsinnig gut. Ich kann mich nicht so recht entscheiden, wo ich anfangen soll, deshalb teile ich im Folgenden einige der – in meinen Augen – schönsten Zitate und meine Gedanken dazu mit euch.

Aber so ist das mit Privilegien: Wenn man sie hat, sind sie kein Problem, und wenn man sie vorgeworfen kriegt, wird man bockig.

Die letzten Tage des Patriarchats (S.100) – Margarete Stokowski

Es gibt Menschen, die sagen Margarete Stokowski nach, dass sie lediglich über Unzulänglichkeiten wie Liebe und Sex schreiben kann. Ich finde das ist absoluter Quatsch und hat damit zu tun, dass manche Menschen nicht damit klar kommen, wenn unbequeme Themen angesprochen werden. Oder wenn aufgedeckt wird, dass ihr Verhalten oder die Privilegien, die sie genießen eben genau das sind.

Der Witz an Privilegien ist, dass man sie nicht die ganze Zeit fühlt, sondern dass sie Voreinstellungen der Macht sind, die einigen Menschen Dinge ermöglichen, die für andere wesentlich schwieriger oder unmöglich wären. Aber daraus ergibt sich Verantwortung.

Die letzten Tage des Patriarchats (S.100) – Margarete Stokowski

Es geht aber nicht nur darum, was mit Männern schief läuft, sondern auch um zentrale Gedanken des Feminismus. Mir war bis jetzt nur unterschwellig klar, dass es ja viele verschiedenen Strömungen des Feminismus gibt und die sich auch nicht immer alle einig sind.

Gelesen|Das Vermächtnis des Vaters – Jeffrey Archer

Die Clifton Saga von Jeffrey Archer war mir lange Zeit kein Begriff. Um ehrlich zu sein: Mir war Jeffrey Archer bis zum Sommer des vorletzten Jahres überhaupt kein Begriff. Ein Bekannter und eine Unterhaltung über Bücher, die man gelesen haben muss. Eine Liste bestehenden aus 3 Bücher. Ja, genau. Ganz meine Meinung. Dieser Mensch muss verrückt sein, wenn ich lesenswerte Bücher auf 3 reduzieren könnte. Jedenfalls enthielt seine Liste „Kain und Abel“ von Jeffrey Archer. Meine Neugier war also geweckt und obwohl ‚historische Romane‘ im weitesten Sinn nicht gerade meinen Lesevorlieben entsprechen, hat mir der erste Teil der Reihe so gut gefallen, dass ich mich auch durch restlichen zwei Teile in kurzer Zeit durchlas. Unterhaltsam. Spannend. Das trifft es denke ich am besten. Vielleicht auch Unterhaltungsliteratur, denn die Bücher lesen sich herrlich schnell weg. Nicht lange und ich griff auch zum ersten Teil der Clifton-Saga. In den letzten Tagen folgte dann der zweite Teil, den ich kürzlich zu Ende gelesen habe.

Junge Männer in einen unnötigen Tod zu schicken ist kein Zeichen von Führungsstärke, sondern von Selbstherrlichkeit, und eines echten Soldaten unwürdig.

S. 409

Ich möchte mich an dieser Stelle kurz fassen: Das Buch ist unterhaltsam und spannend. Ohne Frage. Dennoch überwältigt es mich nicht gerade. Sprachlich ist das ganze okay, aber wirft mich nicht gerade vom Hocker. So ist das mit mir und Jeffrey Archer. Ich fühle mich gut unterhalten. Hin und wieder ist es genau das was ich brauche.

Erschienen im Wilhelm Heyne Verlag München, Taschenbuch, 469 Seiten.

Ausgelesen&Angelesen | Highlights 2018

2018. Du warst ein interessantes Jahr. Es waren viele gute Bücher dabei und genau diese möchte ich hier mit euch teilen. Daneben gab es aber auch viele schöne Erlebnisse. Ich war in Leipzig im Frühjahr – eigentlich war es Frühjahr, aber dann hat es geschneit – zur Buchmesse und durfte einige von euch persönlich kennenlernen. Es war mir ein Fest! Und es ging aufregend weiter. Kurz darauf verreiste ich zum ersten Mal alleine ins Ausland. Ein Stück meines Herzens ist in Schottland hängen geblieben. Diese Reise war für mich ein wunderbares und wichtiges Erlebnis. Es verlangte mir einiges an Mut ab und eine gehörige Portion „Ich-mach-das-jetzt-trotzdem-auch-wenn-sich-alles-in-mir-dagegen-sträubt“. Beruflich ist und bleibt es aufregend. Ich freue mich dahingehend auf jede kommende Herausforderung und bin froh, dass das Coaching und die daraus gewonnenen Learnings aus der Female Future Force mich dabei so gut unterstützen. Im Sommer habe ich dann noch einen tollen Haufen inspirierender Young Professionals auf der Tagung der CiW Young Professionals in Rothenburg kennengelernt. Im November habe ich dann meine Mitgliedschaft in der Stadtbücherei wiederbelebt. Wenn du mich fragst eine sehr gute Entscheidung, denn so traue ich mich hin und wieder mal etwas anzulesen vor dem ich sonst vielleicht zurückgeschreckt hätte. Vom offensichtlichsten Vorteil mal abgesehen: Büchereibücher füllen meine Regale nicht und leeren meinen Geldbeutel nicht.

Jede neue Begegnung, jedes neue Erlebnis, jede Herausforderung in diesem Jahr hat mich näher zu mir selbst gebracht.

Aber nun zu den Büchern:

Es waren 44 an der Zahl (hauptsächlich gelesen und ein paar vereinzelt eingestreute Hörbücher) Hörbücher habe ich dieses Jahr wieder vermehrt für mich entdeckt. Nach anstrengenden Tagen, wenn ich nicht mehr wusste wo oben und unten sein soll, empfinde ich es als entspannend die Augen zu schließen und einer Geschichte zu lauschen.

Und jetzt. Das sind sie. Meine Highlights aus dem Jahr 2018. In halbwegs chronologischer Reihenfolge:

  • Was man von hier aus sehen kann – Mariana Leky
  • Dunkelgrün fast Schwarz – Mareike Fallwickl
  • Super, und dir? – Kathrin Wessling
  • Der Report der Magd – Margaret Atwood
  • Überbitten – Deborah Feldman
  • Sagte sie (17 Erzählungen über Sex und Macht) – Herausgegeben von Lina Muzur
  • Der Susan Effekt – Peter Hoeg
  • Neujahr – Juli Zeh
  • Die Känguru Apokryphen – Marc – Uwe Kling
  • Die Wahrheit über das Lügen (Zehn Geschichten) – Benedict Wells
  • Ich, Eleanor Oliphant – Gail Honeyman
  • 100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht – Herausgegeben von Sabine Kranz und Annegret Ritter
  • Die letzten Tages des Patriarchats – Margarete Stokowski

Wenn ich mir meine Auswahl so angucke, fällt mir Folgendes auf. Ich habe bewusster angefangen Literatur von Frauen zu lesen. Ja. Literatur. Nicht kitschige Liebesromane, sondern richtig gute Bücher. Geschichten mit Herz und Seele und sprachlicher Eleganz.

Es war ein wunderbares Lesejahr.

Welche Bücher werden dir noch lange nach diesem Jahr in Erinnerung bleiben?

Ausgelesen&Angelesen | Highlights 2017

2017 war für mich seit langem mal wieder ein sehr leseintensives Jahr. Ich habe eigentlich immer gerne und viele Gelsen, aber im Studium hatte ich genug Fachliteratur zu lesen und so wurde das Lesen abseits des Studium tendenziell eher vernachlässigt und fand nur im Urlaub intensiv statt. Dann beendete ich im Februar 2016 mein Studium und auch zu diesem Zeitpunkt war mein Kopf mit zu vielen neuen Eindrücken beschäftigt, um in besonders viele Geschichten eintauchen zu können. Die Erleichterung kam dann ungefähr ein halbes Jahr später, als ich endlich wieder den Kopf frei hatte und  eine großen Drang verspürte wieder mehr zu lesen.

… lasst mich eine lange Geschichte kurz machen. Seit Mitte 2017 lese ich so leidenschaftlich wie schon lange nicht mehr und seit 2017 teile ich diese Leidenschaft ja auch immer mehr mit euch – schon länger auf Instagram und seit kurzem hier.

Und weil ich euch meine Lese-Highlights nicht vorenthalten möchte, folgt hier eine kurze Zusammenfassung mit einer jeweils kurzen Rezension – es folgen demnächst auch noch ausführliche Rezensionen zu den jeweiligen Highlights.

Links steht Kain und Abel (Jeffrey Archer) und daneben dann von oben nach unten Unorthodox (Deborah Feldman), Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman), Die Hauptstadt (Robert Menasse), Die Farbe von Milch (Nell Leyshon), Die Geschichte der Biene (Maja Kunde) und Origin (Dan Brown).

Das sind also meine Lese-Highlights aus dem Jahr 2017. Links steht Kain und Abel (Jeffrey Archer) und daneben dann von oben nach unten Unorthodox (Deborah Feldman), Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman), Die Hauptstadt (Robert Menasse), Die Farben von Milch (Nell Leyshon), Die Geschichte der Biene (Maja Kunde) und Origin (Dan Brown).

Aber was ist es, dass mein Herz bei jedem dieser Bücher höher schlagen lässt? Was hat mich berührt, verstört und in seinen Bann gezogen? Das möchte ich euch natürlich keineswegs vorenthalten!

Kain und Abel (Jeffrey Archer)

Wie ich zu diesem Buch gekommen bin ist eine – für mich – ganz besondere Geschichte.Es begann damit, dass mich jemand nach 5 Büchern fragte von denen ich meine, dass man sie unbedingt gelesen haben sollte. Im ersten Moment fand ich die Frage ganz furchtbar. Im zweiten auch. Dann fing ich an nachzudenken und reflektierte Gefühl jedes Buch an das ich mich erinnern konnte es gelesen zu haben. Meine Antworten sind an dieser Stelle nicht so wichtig, aber mein Gesprächspartner nannte dieses Buch und ich fand, dass es einen Versuch wert wäre es zu lesen, denn es stand ja immerhin auf einer Liste mit 5 Büchern, die jemand ganz besonders lesenswert fand. Und dann konnte ich es in keiner Buchhandlung finden und machte mich in Antiquariaten auf die Suche nach einer Ausgabe und fand schließlich diese hier und begann im Sommer zu lesen.

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Kain und Abel (Jeffrey Archer) habe ich diesen Sommer in großen Teilen am See gelesen

Während ich das Buch las, konnte ich es nur selten aus der Hand legen. Das lag vielleicht daran, dass die beiden Personen, die ich am Anfang des Buches kennenlernen durften wahnsinnig weit voneinander entfernt sind – räumlich und gesellschaftlich. Lange habe ich daran gezweifelt, dass die beiden Stränge der Geschichte jemals zusammenführen könnten, es jemals Berührungspunkte geben könnte. Und dann berühren sich die Schicksale – erst zaghaft und dann intensiver. Es entwickelt sich eine Dynamik wie ich sie selten erlebt habe.

Schreibstil und der Aufbau dieses Buches haben mich voll und ganz überzeugt. Für mich ist dieses Buch eine der größten Überraschungen dieses Jahres und hat dazu geführt, dass ich mich in Jeffrey Archer und seinen Schreibstil verliebt habe. Ich habe dann auch zeitnah den ersten Teil der Clifton-Saga und den zweiten Teil der Kain und Abel Reihe gelesen.

Unorthodox (Deborah Feldman)

Ich lese regelmäßig die ZEIT und das ist der Grund, warum ich auf Deborah Feldman und ihre Geschichte aufmerksam wurde. Es war ein Artikel im ZEIT Magazin mit der in Berlin lebenden Autorin, der mich sprachlos, beeindruckt und wahnsinnig neugierig zurückließ. Und so führe mein Weg ganz schnell in die Buchhandlung und innerhalb kurzer Zeit hatte mich Deborah Feldmans Geschichte – ihr Leben – nicht mehr losgelassen.

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Unorthodox ist nicht nur irgendeine Geschichte, sondern viel mehr. Deborah Feldman erzählt ihre ureigene Geschichte und die hat es in sich. Sie wächst in einer Chassidischen Satmar-Gemeine in Williamsburg New York auf – eine ultraorthodoxen jüdischen Gruppe. Alles in mir schrie in jenen Momenten, wenn Sie all die Einschränkungen und Gesetze schilderte, von der Unterdrückung als Frau und Ihrer Zwangsehe. Ich fühlte ansatzweise die Angst, die sie verspürt haben muss, wenn sie etwas verbotenes tat und schon das konnte ich kaum ertragen. Kaum zu fassen, wie sich Deborah gefühlt haben muss, als sie die Pläne schmiedete aus dieser Gesellschaft auszubrechen. Für mich ein Buch wie kein anderes und darum freue ich mich umso mehr dieses Jahr hoffentlich bald die Fortsetzung ihrer Geschichte lesen – Überbitten steht schon im Regal und wartet darauf von mir gelesen zu werden.

Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman)

Wenn mich dieses Buch etwas gelehrt hat dann ist es Folgendes: Jeder hat Superhelden verdient, aber auch Superhelden haben Ihre Schwächen. Und so ist das mit Omas auch – meine Oma war für mich eine Superheldin, aber sie hatte auch Schwächen. Und genau darum geht es in dieser Geschichte. Um ein Mädchen, deren größte Heldin Oma ist und die ein Stück weit entzaubert wird. Und dennoch am Ende des Tages und ist und bleibt eine Oma trotz Schwächen und Macken eine Heldin.

Meine Oma war eine sehr einfühlsame Frau. Irgendwann kam der Punkt in meiner Kindheit, dass ihre Sorge um mich do groß war, dass sie jedes mal krank wurde, wenn ich es war. Wir erzählten ihr irgendwann nicht mehr, wenn ich mal krank war. Abgesehen von dieser Angewohnheit, ist sie mein großes Vorbild. Zeit meines Lebens habe ich sie bewundert. Fast so wie Elsa in Fredrik Backmans Buch. Es hat mich sehr bewegt und auch wenn Elsas Oma stur und eigenartig und seltsam war, so wollte sie immer das beste für Ihre Familie. Auch wenn diese Erkenntnis spät kam. An manchen Tagen bin ich es die sagen möchte „Oma, es tut mir leid“, denn wenn ich gewusst hätte, wie sehr ich sie vermissen würde, hätte ich die Zeit mit dir mehr zu schätzen gewusst. Ich hätte mehr fragen gestellt und aufmerksamer zugehört. Wenn und hätte bringt sie nicht zurück. Und dennoch hoffe ich, dass Sie heute stolz auf mich ist, denn das ist die Frau, die mich zu einem Kind der Bücher gemacht hat.

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Ich habe über Monate immer wieder in diesem Buch gelesen und am Ende hat mich die Geschichte dann doch noch so richtig gepackt. Ich habe so viel unterschiedliches beim lesen gefühlt: ich habe laut gelacht und geschluchzt vor Traurigkeit, ich war wütend und glücklich und alles dazwischen. Die Geschichte ist einfach super nett aufgestellt und Fredrik Backmann erzählt Geschichten in denen ich mich einfach wohlfühlen kann. Aktuell höre ich ‚Britt-Marie war hier‘ als Hörbuch und mag es sehr. Definitiv keine schwere Lektüre!

Die Hauptstadt (Robert Menasse)

Ich habe das Gefühl, dass ich zu diesem Buch keine angemessenen Worte finden kann und deshalb fasse ich mich kurz. Ich mochte die Leseprobe bereits aus der Longlist zum Deutschen Buchpreis und wurde nich enttäuscht, obwohl ich etwas anderes erwartet hatte. Die Hauptstadt war alles was ich nicht erwartet hatte und das war genau das was ich brauchte.

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Ein Roman über die EU, Brüssel, Schweine und vieles mehr. Ich bin mir sicher, dass die Meinungen hierzu mit Recht stark auseinandergehen und doch ist es für mich persönlich ein großes Highlight. Grandios erzählt und konstruiert.

Die Farbe von Milch (Nell Leyshon)

Dies ist mein Buch und ich habe es eigenhändig geschrieben. Jedes Wort habe ich ausbuchstabiert. Jeden Buchstaben hab ich geschrieben.

Ich glaube das war einer meiner ersten Bücherkäufe, der durch Instagram inspiriert wurde. Ich war aufgeregt und skeptisch und gespannt und alles gleichzeitig. Der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich, denn zu lesen wie ein junges Mädchen schreibt, das eben erst schreiben gelernt hat, ist selten. Ich habe es als unheimlich authentisch und lebensnah aufgefasst. Ein Jahr im Leben von Mary, ein Jahr das alles verändert. Ein Buch – eigenhändig geschrieben. Ich hab es sehr gerne gelesen.

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Ein besonderes Buch – eine besondere Geschichte – eine besondere Erzählweise. Dieses Buch hat mich lange Zeit sprachlos zurückgelassen und jetzt mit viel Abstand, kann ich ein paar Zeilen dazu schreiben, denn es hat einen tiefen Abdruck in meinem Herzen hinterlassen.

Die Geschichte der Biene (Maja Lunde)

Drei Familien – drei Zeiten und alles ist gekoppelt an das Schicksal der Bienen. Ganz wunderbar erzählt Maja Lunde aus verschiedenen Perspektiven wie unser Schicksal an das der Bienen gekoppelt ist. Ich ahne wie es für den Erfinder eines Bienenstockes in der Vergangenheit war, erlebe erstes scheinbar grundloses Bienensterben in der Gegenwart und eine Zukunft ganz ohne Bienen.

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Dieses Buch war für mich ein spontaner Kauf in der Buchhandlung und oft ist es besser für mich, wenn ich vor dem Kauf eines Buches nicht zu viel darüber nachdenke. Das liegt daran, dass ich dann keine großen Erwartungen aufbaue und mich besser auf das Buch einlassen kann. Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken anregte und mich von der ersten Seite an gefesselt an. Super schön erzählt!

 Origin (Dan Brown)

Jedes einzelne seiner Bücher habe ich verschlungen und das werde ich auch weiterhin tun, solange bis er nicht mehr schreibt. Ich lese nicht oft Thriller, aber jene die von Dan Brown geschrieben werden mag ich schon immer. Ich habe irgendwann mal mit Illuminati angefangen, habe weitere Abenteuer mit Robert Langdon erlebt und zwischendurch durften auch Meteor und Diabolus nicht fehlen.

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Origin ist eine typische Robert Langdon Geschichte. Robert ist unterwegs und dann irgendwie auf der Flucht gemeinsam mit einer hübschen Frau, um ein Rätsel zu lösen, eine Verschwörung aufzudecken. Die Ausgangssituation kam mir durchaus bekannt vor und möglicherweise hätte mich das Buch enttäuschen können. Hat es aber nicht. Dan Brown mag ich als Autor und er lässt sich ja auch immer etwas Neues einfallen. Richtig gut gefiel mir hier vor allem die gesamte Thematik ‚Künstliche Intelligenz‘

Fazit

Das waren sie also – meine Lese-Highlights aus dem Jahr 2017. Jedes einzelne dieses Bücher war für mich eine große Freude und ich kann sie aus dem einen oder anderen Grund ganz besonders empfehlen.

Was waren deine Highlights im Jahr 2017?

Alles Liebe

Maren

Gelesen | Gefährliche Geliebte – Haruki Murakami

Magst du die Bücher von Haruki Murakami? Was ist dein Lieblings-Murakami? Beides Fragen auf die ich bislang kaum antworten konnte, da ich bisher kein einziges seiner Bücher gelesen hatte. Das ändert sich mit einem Besuch bei der Familie meines Cousins in Chemnitz vor ein paar Wochen. Mit nach Hause nahm ich „Gefährliche Geliebte“ und den festen Vorsatz das Buch spätesten im bald anstehenden Urlaub zu lesen.

Inzwischen habe ich meinen ersten Murakami zu Ende gelesen und mir persönlich hat „Gefährliche Geliebte“ insgesamt schon sehr gut gefallen. Die Art und Weise wie die Geschichte erzählt ist, hat mir super gut gefallen und ich kann ein Stück weit sehr gut verstehen, warum so viele von euch die Bücher von Haruki Murakami so genial finden.

Die Geschichte an sich fand ich allerdings insgesamt etwas zu schräg und ich hatte Probleme so richtig in die Geschehnisse einzutauchen bzw. mich darauf einzulassen.

Mein Fazit: Bestimmt nicht mein letzter Murakami, denn der Schreibstil hat mich, trotz meiner Schwierigkeiten mit der Handlung, absolut gefangen genommen.

Jetzt bist du gefragt, geneigter Murakami Leser. Welches Buch von Haruki Murakami kannst du mir ganz besonders für meine nächste Lektüre empfehlen?

Gelesen | Super, und dir? – Kathrin Weßling

Über dieses Buch bin ich gestolpert, also eigentlich bin ich  in eine Lesung gestolpert oder saß da schon und bin dann geblieben. Das liebe ich, denn es war eines meiner schönsten Erlebnisse auf der Leipziger Buchmesse. Da saß ich also noch von der vorherigen Lesung, meine Füße schmerzten und ich wollte nicht so richtig irgendwo hinlaufen, also blieb ich dort. Und dann laß Kathrin Weßling dort wo ich war aus ihrem Buch, dass bald erscheinen würde.

Marlene Beckmann ist jung, hat Marketing studiert und hat augenscheinlich den perfekten Job für den Anfang ihrer Karriere. Sie hat eine romantische Beziehung und Freunde und alles scheint gut zu laufen. Das Leben meint es gut mit ihr, also warum sollte sie sich beschweren? Warum sollte es ihr nicht gut gehen? Warum sollte sie dem Druck nicht gewachsen sein? Die Wahrheit ist, dass weder Marlene noch jeder Einzelne von uns in der Lage ist dem Druck den wir uns oft selbst auferlegen oder der uns von er Gesellschaft auferlegt wird alleine standzuhalten. Warum zerbrechen manche daran und warum andere nicht?

Mehr als alles andere fühlte ich mit der Protagonistin mit und es schmerzte mich zu tiefst zu sehen, wie Marlene Beckmann von niemanden bei dem sie Hilfe suchte ernst genommen wurde. Nicht einmal der Arzt den sie aufsuchte, als sie in Drogensucht abgerutscht war, um leistungsfähig zu bleiben, nahm sie ernst. Was sagt das über den Umgang der Gesellschaft mit diesem ernsten Thema aus?

Diese Texte lösten etwas in mir aus und ich konnte es lange nicht benennen, auch jetzt fällt es mir schwer in Worte zu fassen, was dieses Buch in mir auslöst. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich es durchgelesen, musste beim Lesen mehr als ein Mal intensiv schlucken und mehr als eine Träne wegwischen. Liegt das daran, dass ich mich zumindest in Teilen mit der Protagonistin identifizieren kann? BWL-Absolventin, Job in der feien Wirtschaft, Mitte zwanzig, immer auf der Suche nach der nächsten Anerkennung, dem nächsten Erfolg. Und in jedem Moment bin ich diejenige, die mich unter Druck setzt, die mehr möchte und zwar am liebsten gestern. Geduld – was ist das? Kathrin Weßling zeigt in ihrem Buch wohin dieser Druck so viele junge Menschen meiner Generation geführt hat und vielleicht führen wird. Ich will nicht, dass es soweit kommt und dieses Buch hat mich möglicherweise mehr als wachgerüttelt.

Ich will nicht länger auf die Frage, wie es mir geht, unehrlich antworten. Ich möchte ehrlich kommunizieren was ich fühle und wie es mir geht. Ich will andere nicht täuschen und am wenigsten möchte ich mich selbst täuschen. Ich habe keine Lust mehr vorzugeben, dass immer alles gut sei oder in besonders stressigen Zeiten, wenn ich das Gefühl habe zu zerbrechen lediglich zu sagen: „Ich habe eine harte Woche, aber das geht schon vorüber.“ Ich möchte, dass meine Freunde es nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn ich sage wie es ist bei einem TIER 3 Supplier zu arbeiten. Die Wahrheit ist es gibt einen Unterschied zwischen der Arbeit in der freien Wirtschaft und der Arbeit in anderen Bereichen und damit möchte ich nicht irgendeine Arbeit gering schätzen, sondern lediglich betonen, dass es einen Unterschied gibt.

Für mich hat Kathrin Weßling in diesem Buch sehr gut auf den Punkt gebracht, was den Druck ausmacht dem wir uns tagtäglich aussetzen. Zwischen dem Druck jederzeit ersetzt werden zu können,  fehlenden Perspektiven und dem Zwang zu Selbstoptimierung.

Wo das alles hinführt? Ich weiß es nicht.

Gelesen | Die Seiten der Welt – Kai Meyer

Dieses Buch stand schon super lange auf meiner Leseliste und wurde mir von so vielen ganz nah ans Herz gelegt. Ob das meine Erwartungen an das Buch unverhältnismäßig in die Höhe geschraubt hat? Ich weiß es nicht. Möglicherweise. Ich habe über Wochen immer wieder darin gelesen und konnte darin insgesamt eine schöne Erzählung finde, die mich allerdings nicht nachhaltig berührt hat.

Kennt du das, wenn für dich und ein Buch der Moment nicht stimmt? Wenn das was gerade um dich herum passiert dazu führt, dass du dich nicht vollständig auf ein Buch einlassen kannst?

Mir ist das inzwischen schon öfter passiert und das hat dazu geführt, dass ich solche Bücher oft erstmal beiseite gelegt habe und ihnen vielleicht später noch eine Chance geben wollte. In den meisten Fällen blieben sie allerdings dann ungelesen, denn wie finde ich heraus, was der richtige Zeitpunkt für ein Buch ist? Was, wenn ich nicht weiß was mich erwartet und was die richtigen Umstände wären um darin zu lesen?  Du siehst also die Situation ist nicht ganz einfach.

„Die Seiten der Welt“ habe ich nicht beiseite gelegt und habe das Buch durchgelesen, obwohl meine Stimmung nicht ganz passte. Ich will auch nicht sagen, dass ich komplett enttäuscht war, aber es hat meine Erwartungen nicht erfüllen können. Für mich ein ganz klares Zeichen, dass ich mich zukünftig noch mehr von Erwartungen an Bücher loslösen möchte.

Die Geschichte ist wunderschön und ich liebe den Gedanken, der sich hinter der Geschichte verbirgt und vielleicht werde ich eines Tages noch die anderen Teile lesen oder aber dieser Geschichte eine zweite Chance geben. Dann vielleicht ganz ohne den Druck von Arbeit und Alltag, sondern an ein paar freien Tagen.

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