Ausgelesen & Angelesen | Mai 2018

Wo ist der Mai hin? Ich weiß es nicht. Wirklich. Nach dem Urlaub hat mich die Arbeit voll und ganz in Beschlag genommen. Und so habe ich abends nicht ganz so viel gelesen, da viele laufende Projekte meine volle Aufmerksamkeit für sich beanspruchte. Und ja, ich gebe es zu: Auch mich hat der Ausblick auf das in Kraft treten der DSGVO am 25.5.2018 eine Zeit lang gelähmt. Ich nahm den Blog dann ein paar Tage offline und brachte ihn in Sachen Datenschutz auf  den aktuellen Stand und fing gleichzeitig an etwas am Design zu basteln. Das ist übrigens auch so, wenn ich in meiner Wohnung putze oder aufräume. Ganz oft passiert es dann, dass ich anfange umzuräumen und Möbel neu zu arrangieren. Wie Oma Emma … sagt meine Mama dann immer.

Ausgelesen

Licht und Zorn von Lauren Groff habe ich im April noch begonnen und schließlich im Mai zu Ende gelesen. Wir hatten keine besonders angenehme Zeit miteinander, denn von dem Zeitpunkt an, als ich realisierte, dass der mir relativ unsympathische Lotto das Licht in dieser Ehe sein sollte, war ich verwirrt und neugierig zu gleich. Sollte seine Frau wirklich eine derart verborgene dunkele Seite haben, Hätte ich ihr das zugetraut? Sollte sie wirklich der Schatten dieser Ehe sein. Objektiv betrachtet ist dieses Buch super gut konstruiert und irgendwie habe ich es geliebt. Und gehasst. Und verachtet. Und konnte es dennoch nicht loslassen. Es hat einen bitter-süßen Nachklang hinterlassen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann.

Du hast sicher schon gemerkt, dass ich nicht besonders über Sachbücher schreibe. Das liegt vor allem daran, dass ich nur selten Sachbücher lese, aber hin und wieder verirrt ich dann doch eines zu mir. Noch seltener passiert es, dass mich ein Sachbuch begeistert. Das hat unterschiedliche Gründe. Der Hauptgrund ist, dass ich in meiner Freizeit zur Unterhaltung lese. Ich habe lange genug im Studium Sachbücher gelesen und auch in der Arbeit ereilt mich immer wieder der eine oder andere fachliche Text. Wenn ich in meiner Freizeit zu einem Buch greife, dann ist es deshalb kein Sachbuch, weil es wahrscheinlich fordert, dass ich mich mit einem Thema auf eine nicht unterhaltsame Art auseinandersetzen soll. Und dann habe ich auf Instagram bei jemanden das Buch Die magische Küchenspüle von Marla Cilley gesehen. Meine erste Reaktion war ziemlich negativ und dann hat sie aber ein bisschen was zum Buch erzählt und wir haben uns ein bisschen ausgetauscht. Fakt ist nämlich es nervt mich auch, dass ein Großteil meines Samstags für putzen und aufräumen draufgeht. Aber ich habe nicht die wahnsinnig gute Strategie um das zu ändern. Es liegt mir nicht im Blut und meistens fehlt mir die Disziplin. Also habe ich der Dame und ihrem Buch eine Chance gegeben und was soll ich sagen? Es ist gut. Es sind viele gute Ansätze dabei. Kleine Routinen, die ich innerhalb weniger Wochen in meinen Alltag integrieren konnte und die mir helfen Ordnung zu halten. Und alles in kleinen Mini-Schritten. Das gefällt mir eigentlich am Besten, dass nicht alles gleich sofort sein muss. Und perfekt muss es schon gar nicht sein.

Begeistert und verstört lässt mich Der Report der Magd von Margaret Atwood zurück. Letzte Nacht habe ich es zu Ende gelesen und alles in mir schreit und bäumt sich auf und es fühlt sich furchtbar an. Und das ist gut so. Denn genau das ist es, was dieses Szenario ist. Es ist furchtbar und bedrückend und zum Schreien. Eine Gegenwart in der Frauen keine Rechte mehr haben und diejenigen, die noch fruchtbar sind, als Gebärmaschinen missbraucht werden. Parallel dazu habe ich jetzt auch schon mal die ein oder andere Folge der Serienverfilmung gesehen, die auch wahnsinnig gut gemacht ist.  Und der Eindruck den ich beim Lesen hatte bestätigte sich bis zu Schluss. Dieses Buch ist eines meiner Highlights für 2018, denn auch in Sachen Sprache hat Margaret Atwood schon jetzt mein Herz erobert und lässt es immer wieder hüpfen, wenn ich über eine der vielen wunderbaren Formulierungen stolpere.

Angelesen

Als ich letzte Nacht Der Report der Magd zu Ende gelesen hatte, hatte ich erst die übliche Unsicherheit in mir. Was tun? Welches Buch möchte ich als nächstes lesen? Und dann stehe ich weit nach Mitternacht vor meinem Regal mit ungelesenen Büchern. Ich nehme eins nach dem anderen in die Hand. Überfliege Klappentexte. Höre in mich hinein. Wonach ist mir? Und dann die Erkenntnis. Überbitten von Deborah Feldman wollte ich eigentlich schon zwischen den Weihnachtsfeiertagen lesen, aber daraus wurde nichts. In den letzten Monaten griff ich dann nicht danach, weil mich der Umfang des Buches etwas abschreckte. Ich wartete auf den richtigen Moment. Ich wartete auf das richtige Gefühl. Aber es fühlte sich nie danach an. Bis gestern Nacht. Es ist nicht der perfekte Moment, aber das Gefühl passt. Ich nehme dieses umfangreiche Buch nun in Angriff, denn noch länger möchte ich nicht darauf warten zu erfahren, wie sich das Leben von Deborah Feldman seit der Flucht aus der Gemeinschaft entwickelte.

Angehört

Ich bin mir nach wie vor nicht ganz sicher wie ich mit Hörbüchern umgehen soll. Aktuell höre ich relativ viele Hörbücher insbesondere wenn ich im Auto unterwegs bin oder zum Einschlafen abends im Bett. Im April habe ich angefangen Unter Leuten – Juli Zeh zu hören und habe es jetzt im Mai zu Ende gehört. Super interessantes Porträt über ein Dorf und die Menschen darin. Und so fühlten sich die Menschen oft an: beinahe überzeichnet, mehr Charaktere als Personen. Für mich eine Spur zu stereotyp.

Aktuell versuche ich die Tyrannei des Schmetterling von Frank Schätzing zu hören. Du hast richtig gelesen. Ich versuche es. Ich fürchte ich werden noch einmal von vorne anfangen müssen, den bis jetzt fiel es mir extrem schwer in die Handlung hineinzufinden und fürchte ich habe den Faden verloren und weiß gar nicht mehr richtig was gerade los ist.