Ausgelesen & Angelesen | März 2018

ch sitze gerade in meiner Küche auf einem meiner neue Lieblingsplätze. Ich habe eine Bank vor das Küchenfenster geschoben und hier sitze ich nun. Ein Kissen im Rücken, die Beine ausgestreckt auf der Banken blauen Himmel im Blick und haufenweise Gedanken im Kopf über die ich in nächster Zeit schreiben möchte – mehr dazu bald.

Hier stehen aber nicht nur neue/alte Projekte auf dem Blog an,denn ich habe endliche wieder den Kopf frei zu Scheiben, sondern auch meine Reise nach Schottland. Ich werde zum ersten Mal alleine ins Ausland verreisen. Auf der einen Seite freue ich mich wie verrückt auf Zeit, darauf zu tun worauf ich Lust habe oder eben nicht. Auf der anderen Seiten bin ich super aufgeregt, weil ich noch nie alleine ins Ausland geflogen bin und noch nie so lange alleine unterwegs war.

Hier folgt jetzt eine Kurzversion meines Lesemonats März 2018. Kurz im wahrsten Sinne des Wortes, vor allem deshalb, weil ich tatsächlich nicht besonders viele Bücher im März gelesen habe.

Ausgelesen

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Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl

Meine Bewertung: Kaffee mit super viel Milchschaum und Zucker (4/4 Bewertungseinheiten)

Ein Buch über das super viel geschrieben wurde, habe ich mir direkt am Tag nach dem es erschienen ist gekauft, denn ich konnte es einfach nicht erwarten. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Das Buch greift ein Thema auf, dass oft untergeht, obwohl ich glaube, dass toxische Beziehungen, die von Manipulation und Machtspiele geprägt sind, sehr verbreitet sind und ich finde nicht, dass man die Augen davor verschließen sollte. Denn jeder von uns ist dafür verantwortlich auf sich aufzupassen und Grenzen zu setzen um sich selbst zu schützen. Das Buch lebt für mich von der Erzählweise. Immer wieder erfährt der Leser bruchstückhafte Fragmente, die sich schließlich zu einem fabelhaft schlüssigen Mosaik zusammensetzen. Ich war während des Lesens fast dauerhaft verwirrt und hätte mich oft mal gewünscht, dass jetzt kein Bruch in der Geschichte einer Person war und ich jetzt sofort erfahren könnte, wie es weitergeht, aber dem war nicht so und das ist gut so. Diese Geschichte hat bei mir Erinnerungen geweckt und Gefühle ausgelöst und Erkenntnisse freigesetzt, die mich noch lange begleiten werden, weit über dieses Jahr – für das dieses Buch schon ein klares Highlight ist – hinaus.

Ich weiß, dass der Trubel um dieses Buch in verschiedenen Menschen unterschiedliche Gefühle hervorruft. Ich will dazu auch wirklich nicht viel sagen. Dennoch weder die Autorin Mareike Fallwickl, noch das Buch selbst, können etwas dafür, dass das Buch bei so überdurchschnittlich vielen Lesern gut ankommt. Ich glaube nicht, dass ein Hype einem Buch gut tun oder schaden kann. Hier herrscht lediglich Freude darüber, dass dieses außergewöhnlich Buch von so vielen Lesern gemocht wird, denn in meinen Augen hat diese außergewöhnlich erzählte Geschichte diese Aufmerksamkeit mehr als verdient. Also bitte: lasst doch den Hype einfach Hype sein und das Buch eben ein Buch. Mareike ist super sympathisch und ich freue mich auf alles was sie in naher und fernen Zukunft noch schreiben wird.

Die Seiten der Welt von Kai Meyer 

Meine Bewertung: Kaffee mit Milch und wenig Zucker (ca. 2,5/4 Bewertungseinheiten)

Ein Buch, dass schon super lange auf meiner Leseliste stand und vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich es früher in meinem Leben gelesen hätte, denn ich glaube als jüngerer Leser hätte ich es mehr zu schätzen gewusst. Im März 2018, zwischen Arbeit und den Herausforderungen des Erwachsenseins ist dieses Buch ein netter Ausflug in eine Welt voller Bücher und voller Geheimnisse.

Super, und dir von Kathrin Weßling

Meine Bewertung: Kaffee mit super viel Milchschaum und Zucker (4/4 Bewertungseinheiten)

Über dieses Buch bin ich gestolpert, also eigentlich bin ich  in eine Lesung gestolpert oder saß da schon und bin dann geblieben. Das liebe ich, denn es war eines meiner schönsten Erlebnisse auf der Leipziger Buchmesse. Da saß ich also noch von der vorherigen Lesung, meine Füße schmerzten und ich wollte nicht so richtig irgendwo hinlaufen, also blieb ich dort. Und dann laß Kathrin Weßling dort wo ich war aus ihrem Buch, dass bald erscheinen würde. Diese Texte lösten etwas in mir aus und ich konnte es lange nicht benennen, auch jetzt fällt es mir schwer in Worte zu fassen, was dieses Buch in mir auslöst. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich es durchgelesen, musste beim Lesen mehr als ein Mal intensiv schlucken und mehr als eine Träne wegwischen. Liegt das daran, dass ich mich zumindest in Teilen mit der Protagonistin identifizieren kann? BWL-Absolventin, Job in der feien Wirtschaft, Mitte zwanzig, immer auf der Suche nach der nächsten Anerkennung, dem nächsten Erfolg. Und in jedem Moment bin ich diejenige, die mich unter Druck setzt, die mehr möchte und zwar am liebsten gestern. Geduld – was ist das? Kathrin Weßling zeigt in ihrem Buch wohin dieser Druck so viele junge Menschen meiner Generation geführt hat und vielleicht führen wird. Ich will nicht, dass es soweit kommt und dieses Buch hat mich möglicherweise mehr als wachgerüttelt. Ich will nicht länger auf die Frage, wie es mir geht, unehrlich antworten. Ich möchte ehrlich kommunizieren was ich fühle und wie es mir geht. Ich will andere nicht täuschen und am wenigsten möchte ich mich selbst täuschen. Wo das alles hinführt? Ich weiß es nicht.

Angelesen

In diese Kategorie fallen im März zwei Bücher. Die Geschichte des Wassers begleitet mich aktuell etwas intensiver, während ich in Das Büro 1 hin und wieder mal reinlese.

Was waren deine Lesehighlights im März? Worin schmökerst du aktuell? 

Auf meiner Nase manifestiert sich gerade der erste Sonnenbrand des Jahres. Ein Zeichen dafür, dass das Wochenende in der Sonne wohl genutzt war. Ab nächster Woche dann aber wieder mit Sonnencreme unterwegs.

Schönen Abend noch!

Maren