Ausgelesen & Angelesen | Juli 2018

Der Juli laden zum Schmökern am See ein. Das geht dann auch sehr gut, denn die Tage im Büro sind beinahe unerträglich heiß. So ganz ohne Klimaanlage. Notiz am Rande: Hitze führt dazu, dass einige Kollegen super kreativ werden. Heut erst eine improvisierte Klimaanlage bestehend aus feuchten Handtüchern, einem Ventilator und einer Wanne mit kaltem Wasser für die Füße gesehen. In so einer Wanne stelle ich meine Füße auch, während ich frisch geduscht im Sessel sitze und die gelesenen Bücher aus dem Juli Revue passieren lasse.

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Ausgelesen

Rimini von Sonja Heiss war eine riesengroße Enttäuschung. Ich kann es nicht anders sagen, denn ich war so wohl von der Geschichte genervt, als auch von jedem einzelnen Charakter.

Der Welt geht es besser, als Sie glauben von Jaques Lecomte ist ein wunderbares Sachbuch. Ein Aufruf für einen optimistischen Realismus – ein Kontrapunkt zur allgemeinen pessimistischen Weltsicht. In kurzen, zugespitzten Kapiteln zu Themen wie Armut, Hunger, Demographie, Krankheiten, Artenvielfalt, Terrorismus erörtert Jacques Lecomte die großen Erfolge der letzten Jahre und kommt zu dem Schluss, dass sich die Welt aktuell in einem insgesamt eher positiven Zustand befindet. Sein Buch bringt uns dazu, in diesen unruhigen Zeiten wieder an unsere Fähigkeit zu glauben, handeln und Dinge verändern zu können.

Die Unzertrennlichen von Stuart Nadler war in der gleichen Lovell-Box enthalten wie Rimini. Ich wünschte mir hätte diese Geschichte besser gefallen, aber auch hier war das Lesen eher mühselig und kein besonderer Genuss. Die Geschichte war ebenso wie die Charaktere relativ flach.

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler war der erste Roman im Juli, der mir wirklich gefallen hat. Auf den ersten Blick die gewöhnliche Geschichte eines Lebens. Auf den zweiten Blick ein Büchlein gespickt mit sprachlichen Schönheiten und ewig gültigen Lebensweisheiten.

Der Geruch von Häusern anderer Leute von Bonnie-Sue Hitchcock wurde 2017 mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Gekauft habe ich es allerdings hauptsächlich, weil es im Königskinderverlag erschienen ist und ich diese wunderschönen Ausgaben liebe. Insgesamt eine Geschichte, die sich Stück für Stück zusammenfügt und ihre Schönheit insbesondere auf den letzten Seiten entfaltet.

Als Hemingway mich liebte von Naomi Wood weckt in mir die Sehnsucht nach den 20er Jahren und mehr von Hemingway, Fitzgerald, nach Sommer und Meer, nach Winter und Paris. Ich habe dieses Buch ungemein genossen.

Angelesen

Wir sagen uns Dunkles von Helmut Böttiger zeichnet das Bild einer besonderen Liebesgeschichte. Es ist eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan lernten sich als junge, noch unbekannte Lyriker im Frühling 1948 kennen, und ihre Beziehung, die immer wieder von Phasen des Rückzugs gezeichnet war, dauerte bis Anfang der Sechzigerjahre, als beide schon längst zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Nachkriegszeit zählten. Kaum jemand wusste von der Nähe der beiden, und sie hielten es auch in der Tat nie lange miteinander aus – zu unvereinbar der biografische Hintergrund, zu groß die gegenseitig zugefügten Verletzungen, zu sehr hatten sie ihr Leben der Dichtung verschrieben.

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers ist das erste Buch, dass ich seit langer Zeit von Walter Moers lese. Ich liebe die bunte Sprache und die Welt, die in diesem Buch zum Leben erwacht. Aktuell das Buch, das auf meinem Nachttisch liegt und mich in schlaflosen Sommernächten Richtung Land der Träume trägt.