Ausgelesen & Angelesen | Highlights 2017

2017 war für mich seit langem mal wieder ein sehr leseintensives Jahr. Ich habe eigentlich immer gerne und viele Gelsen, aber im Studium hatte ich genug Fachliteratur zu lesen und so wurde das Lesen abseits des Studium tendenziell eher vernachlässigt und fand nur im Urlaub intensiv statt. Dann beendete ich im Februar 2016 mein Studium und auch zu diesem Zeitpunkt war mein Kopf mit zu vielen neuen Eindrücken beschäftigt, um in besonders viele Geschichten eintauchen zu können. Die Erleichterung kam dann ungefähr ein halbes Jahr später, als ich endlich wieder den Kopf frei hatte und  eine großen Drang verspürte wieder mehr zu lesen.

… lasst mich eine lange Geschichte kurz machen. Seit Mitte 2017 lese ich so leidenschaftlich wie schon lange nicht mehr und seit 2017 teile ich diese Leidenschaft ja auch immer mehr mit euch – schon länger auf Instagram und seit kurzem hier.

Und weil ich euch meine Lese-Highlights nicht vorenthalten möchte, folgt hier eine kurze Zusammenfassung mit einer jeweils kurzen Rezension – es folgen demnächst auch noch ausführliche Rezensionen zu den jeweiligen Highlights.

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Links steht Kain und Abel (Jeffrey Archer) und daneben dann von oben nach unten Unorthodox (Deborah Feldman), Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman), Die Hauptstadt (Robert Menasse), Die Farbe von Milch (Nell Leyshon), Die Geschichte der Biene (Maja Kunde) und Origin (Dan Brown).

Das sind also meine Lese-Highlights aus dem Jahr 2017. Links steht Kain und Abel (Jeffrey Archer) und daneben dann von oben nach unten Unorthodox (Deborah Feldman), Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman), Die Hauptstadt (Robert Menasse), Die Farben von Milch (Nell Leyshon), Die Geschichte der Biene (Maja Kunde) und Origin (Dan Brown).

Aber was ist es, dass mein Herz bei jedem dieser Bücher höher schlagen lässt? Was hat mich berührt, verstört und in seinen Bann gezogen? Das möchte ich euch natürlich keineswegs vorenthalten!

Kain und Abel (Jeffrey Archer)

Wie ich zu diesem Buch gekommen bin ist eine – für mich – ganz besondere Geschichte.Es begann damit, dass mich jemand nach 5 Büchern fragte von denen ich meine, dass man sie unbedingt gelesen haben sollte. Im ersten Moment fand ich die Frage ganz furchtbar. Im zweiten auch. Dann fing ich an nachzudenken und reflektierte Gefühl jedes Buch an das ich mich erinnern konnte es gelesen zu haben. Meine Antworten sind an dieser Stelle nicht so wichtig, aber mein Gesprächspartner nannte dieses Buch und ich fand, dass es einen Versuch wert wäre es zu lesen, denn es stand ja immerhin auf einer Liste mit 5 Büchern, die jemand ganz besonders lesenswert fand. Und dann konnte ich es in keiner Buchhandlung finden und machte mich in Antiquariaten auf die Suche nach einer Ausgabe und fand schließlich diese hier und begann im Sommer zu lesen.

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Kain und Abel (Jeffrey Archer) habe ich diesen Sommer in großen Teilen am See gelesen

Während ich das Buch las, konnte ich es nur selten aus der Hand legen. Das lag vielleicht daran, dass die beiden Personen, die ich am Anfang des Buches kennenlernen durften wahnsinnig weit voneinander entfernt sind – räumlich und gesellschaftlich. Lange habe ich daran gezweifelt, dass die beiden Stränge der Geschichte jemals zusammenführen könnten, es jemals Berührungspunkte geben könnte. Und dann berühren sich die Schicksale – erst zaghaft und dann intensiver. Es entwickelt sich eine Dynamik wie ich sie selten erlebt habe.

Schreibstil und der Aufbau dieses Buches haben mich voll und ganz überzeugt. Für mich ist dieses Buch eine der größten Überraschungen dieses Jahres und hat dazu geführt, dass ich mich in Jeffrey Archer und seinen Schreibstil verliebt habe. Ich habe dann auch zeitnah den ersten Teil der Clifton-Saga und den zweiten Teil der Kain und Abel Reihe gelesen.

Unorthodox (Deborah Feldman)

Ich lese regelmäßig die ZEIT und das ist der Grund, warum ich auf Deborah Feldman und ihre Geschichte aufmerksam wurde. Es war ein Artikel im ZEIT Magazin mit der in Berlin lebenden Autorin, der mich sprachlos, beeindruckt und wahnsinnig neugierig zurückließ. Und so führe mein Weg ganz schnell in die Buchhandlung und innerhalb kurzer Zeit hatte mich Deborah Feldmans Geschichte – ihr Leben – nicht mehr losgelassen.

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Unorthodox ist nicht nur irgendeine Geschichte, sondern viel mehr. Deborah Feldman erzählt ihre ureigene Geschichte und die hat es in sich. Sie wächst in einer Chassidischen Satmar-Gemeine in Williamsburg New York auf – eine ultraorthodoxen jüdischen Gruppe. Alles in mir schrie in jenen Momenten, wenn Sie all die Einschränkungen und Gesetze schilderte, von der Unterdrückung als Frau und Ihrer Zwangsehe. Ich fühlte ansatzweise die Angst, die sie verspürt haben muss, wenn sie etwas verbotenes tat und schon das konnte ich kaum ertragen. Kaum zu fassen, wie sich Deborah gefühlt haben muss, als sie die Pläne schmiedete aus dieser Gesellschaft auszubrechen. Für mich ein Buch wie kein anderes und darum freue ich mich umso mehr dieses Jahr hoffentlich bald die Fortsetzung ihrer Geschichte lesen – Überbitten steht schon im Regal und wartet darauf von mir gelesen zu werden.

Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid (Fredrik Backman)

Wenn mich dieses Buch etwas gelehrt hat dann ist es Folgendes: Jeder hat Superhelden verdient, aber auch Superhelden haben Ihre Schwächen. Und so ist das mit Omas auch – meine Oma war für mich eine Superheldin, aber sie hatte auch Schwächen. Und genau darum geht es in dieser Geschichte. Um ein Mädchen, deren größte Heldin Oma ist und die ein Stück weit entzaubert wird. Und dennoch am Ende des Tages und ist und bleibt eine Oma trotz Schwächen und Macken eine Heldin.
Meine Oma war eine sehr einfühlsame Frau. Irgendwann kam der Punkt in meiner Kindheit, dass ihre Sorge um mich do groß war, dass sie jedes mal krank wurde, wenn ich es war. Wir erzählten ihr irgendwann nicht mehr, wenn ich mal krank war. Abgesehen von dieser Angewohnheit, ist sie mein großes Vorbild. Zeit meines Lebens habe ich sie bewundert. Fast so wie Elsa in Fredrik Backmans Buch. Es hat mich sehr bewegt und auch wenn Elsas Oma stur und eigenartig und seltsam war, so wollte sie immer das beste für Ihre Familie. Auch wenn diese Erkenntnis spät kam. An manchen Tagen bin ich es die sagen möchte „Oma, es tut mir leid“, denn wenn ich gewusst hätte, wie sehr ich sie vermissen würde, hätte ich die Zeit mit dir mehr zu schätzen gewusst. Ich hätte mehr fragen gestellt und aufmerksamer zugehört. Wenn und hätte bringt sie nicht zurück. Und dennoch hoffe ich, dass Sie heute stolz auf mich ist, denn das ist die Frau, die mich zu einem Kind der Bücher gemacht hat.

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Ich habe über Monate immer wieder in diesem Buch gelesen und am Ende hat mich die Geschichte dann doch noch so richtig gepackt. Ich habe so viel unterschiedliches beim lesen gefühlt: ich habe laut gelacht und geschluchzt vor Traurigkeit, ich war wütend und glücklich und alles dazwischen. Die Geschichte ist einfach super nett aufgestellt und Fredrik Backmann erzählt Geschichten in denen ich mich einfach wohlfühlen kann. Aktuell höre ich ‚Britt-Marie war hier‘ als Hörbuch und mag es sehr. Definitiv keine schwere Lektüre!

Die Hauptstadt (Robert Menasse)

Ich habe das Gefühl, dass ich zu diesem Buch keine angemessenen Worte finden kann und deshalb fasse ich mich kurz. Ich mochte die Leseprobe bereits aus der Longlist zum Deutschen Buchpreis und wurde nich enttäuscht, obwohl ich etwas anderes erwartet hatte. Die Hauptstadt war alles was ich nicht erwartet hatte und das war genau das was ich brauchte.

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Ein Roman über die EU, Brüssel, Schweine und vieles mehr. Ich bin mir sicher, dass die Meinungen hierzu mit Recht stark auseinandergehen und doch ist es für mich persönlich ein großes Highlight. Grandios erzählt und konstruiert.

Die Farbe von Milch (Nell Leyshon)

Dies ist mein Buch und ich habe es eigenhändig geschrieben. Jedes Wort habe ich ausbuchstabiert. Jeden Buchstaben hab ich geschrieben.

Ich glaube das war einer meiner ersten Bücherkäufe, der durch Instagram inspiriert wurde. Ich war aufgeregt und skeptisch und gespannt und alles gleichzeitig. Der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich, denn zu lesen wie ein junges Mädchen schreibt, das eben erst schreiben gelernt hat, ist selten. Ich habe es als unheimlich authentisch und lebensnah aufgefasst. Ein Jahr im Leben von Mary, ein Jahr das alles verändert. Ein Buch – eigenhändig geschrieben. Ich hab es sehr gerne gelesen.

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Ein besonderes Buch – eine besondere Geschichte – eine besondere Erzählweise. Dieses Buch hat mich lange Zeit sprachlos zurückgelassen und jetzt mit viel Abstand, kann ich ein paar Zeilen dazu schreiben, denn es hat einen tiefen Abdruck in meinem Herzen hinterlassen.

Die Geschichte der Biene (Maja Lunde)

Drei Familien – drei Zeiten und alles ist gekoppelt an das Schicksal der Bienen. Ganz wunderbar erzählt Maja Lunde aus verschiedenen Perspektiven wie unser Schicksal an das der Bienen gekoppelt ist. Ich ahne wie es für den Erfinder eines Bienenstockes in der Vergangenheit war, erlebe erstes scheinbar grundloses Bienensterben in der Gegenwart und eine Zukunft ganz ohne Bienen.

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Dieses Buch war für mich ein spontaner Kauf in der Buchhandlung und oft ist es besser für mich, wenn ich vor dem Kauf eines Buches nicht zu viel darüber nachdenke. Das liegt daran, dass ich dann keine großen Erwartungen aufbaue und mich besser auf das Buch einlassen kann. Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken anregte und mich von der ersten Seite an gefesselt an. Super schön erzählt!

 Origin (Dan Brown)

Jedes einzelne seiner Bücher habe ich verschlungen und das werde ich auch weiterhin tun, solange bis er nicht mehr schreibt. Ich lese nicht oft Thriller, aber jene die von Dan Brown geschrieben werden mag ich schon immer. Ich habe irgendwann mal mit Illuminati angefangen, habe weitere Abenteuer mit Robert Langdon erlebt und zwischendurch durften auch Meteor und Diabolus nicht fehlen.

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Origin ist eine typische Robert Langdon Geschichte. Robert ist unterwegs und dann irgendwie auf der Flucht gemeinsam mit einer hübschen Frau, um ein Rätsel zu lösen, eine Verschwörung aufzudecken. Die Ausgangssituation kam mir durchaus bekannt vor und möglicherweise hätte mich das Buch enttäuschen können. Hat es aber nicht. Dan Brown mag ich als Autor und er lässt sich ja auch immer etwas Neues einfallen. Richtig gut gefiel mir hier vor allem die gesamte Thematik ‚Künstliche Intelligenz‘

Fazit

Das waren sie also – meine Lese-Highlights aus dem Jahr 2017. Jedes einzelne dieses Bücher war für mich eine große Freude und ich kann sie aus dem einen oder anderen Grund ganz besonders empfehlen.

Was waren deine Highlights im Jahr 2017?

Alles Liebe

Maren