Ausgelesen & Angelesen | August 2018

Draußen wird es kälter, während ich über die gelesenen Bücher im August nachdenke. Gelesen habe ich – dank des wunderbaren Sommers – viel draußen am See oder auf Terrassen oder Balkonen. Mindestens genauso gerne, aber auch im Schaukelstuhl in meiner kühlen Wohnung, während meine Füße in einer Wanne voll mit kaltem Wasser baumelten. Hach war das schön!

Ich möchte dir meine gelesenen Bücher aus dem August nicht vorenthalten, denn sie haben mir alle zusammen wirklich gut gefallen. Jedes ist auf seine eigene besondere Art ganz wunderbar. So unterschiedlich sie auch sein mögen.

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Los ging es für mich untypisch mit einem Sachbuch. Wir sagen uns Dunkles – Helmut Böttiger hat in mir eine Sehnsucht nach mehr Literatur aus der Zeit und dem Dunstkreis von Paul Celan und Ingeborg Bachmann und vielen mehr zu lesen. Außerdem habe ich eine Schwäche für dramatische Liebesgeschichten und diese war das sicherlich. Dramatisch und ohne gutes Ende. Und dennoch inspiriert mich die Art und Weise, wie diese beiden Menschen ihre Liebe in Worten verpacken. Deshalb lese ich aktuell gesammelte Gedichte von Paul Celan. Was ich von denen halte? Das muss ich mir noch überlegen. Du wirst es auf jeden Fall bald erfahren.

Weiter ging es mit einem dicken Buch, dass inoffizieller Teil eines Buchaustauschs zwischen mir und einer guten Freundin ist, die dieses Jahr zum Ende dieses Studium wieder zurück nach Stuttgart gezogen ist. Stadt aus Rauch -Svealena Kuschke. Zwei geliehene Bücher sind hier geblieben und eines von meinen Büchern ist mit ihr umgezogen.  Das ist schon einige Monate her und nun habe ich mich an diese Saga herangewagt. Historisch angehaucht – das ist nicht immer mein Fall. In diesem Fall aber schon. Dennoch überstrahlt die Sprache in diesem Buch alles andere. Die Feinheit und die präzise ausgewählten Worte und Wendungen haben mich so begeistert. Mein Herz hüpft immer noch, wenn ich daran zurückdenke. Das tröstet auch ein wenig darüber hinweg, dass mir das Ende nicht so gut gefallen hat.

Prinzessin Insonnia und der alptraumfarbene Nachtmahr – Walter Moers. Interessanterweise meine Gute-Nacht-Lektüre. Eigentlich unpassend, wenn ich genauer darüber nachdenke. Die Geschichte einer Prinzessin, die von einem Nachtmahr heimgesucht wird und sich auf eine Reise ins Zentrum der Angst begibt. Nicht gerade das was man vor dem Einschlafen lesen sollte. Es ist der erste Zamonien Roman, den ich seit langer Zeit lese und er hat mich durch und durch gut unterhalten. Sprachlich außergewöhnlich und einfallsreich.

Ganz frisch zu Ende gelesen, habe ich diese Woche Sagte Sie – 17 Erzählungen über Sex und Macht – herausgegeben von Lina Muzur. 17 Erzählungen. So Sammlungen sind für mich immer so eine Sache. Was mache ich denn, wenn mir einzelne Geschichten nicht gefallen? Was macht das mit meiner Meinung? Zeit mich zu entspannen. Ich lese, weil es mir Spaß macht. Weil es mich interessiert. So auch diese Anthologie. Erzählungen geschrieben aus dem Blickwinkel unterschiedlichster Frauen. Frauen als Opfer. Frauen als Täter. Es gibt unendlich viele Weg Geschichten zu erzählen. Die Frage die diese Analogie in den Raum stellt ist wie Sprache im Jahr 2018 aussehen kann. Zuerst weiblich und dann universell.

Welche Bücher hast du im August gelesen? Gibt es besondere Empfehlungen? Kennst du eines oder mehrere der Bücher, die ich gelesen habe?

Ich freue mich über den Austausch mit dir!