Mit einem Schlag – Dr. Jill Taylor

aus dem Englischen von Theda Krohm-Linke

Ich habe vor Jahren mal Auszüge aus einem TED Talk gesehen in dem es genau darum ging. Jahre später war ich mit einer Freundin in der Bibliothek in der ihre Mama arbeitet. Wir standen vor einem Regal mit Büchern, die gespendet wurden. Und da stand genau dieses Buch und ich glaube ich hab wohl recht interessiert geschaut. Und schwups landete dieses Buch bei mir.

Eine Weile lag es hier rum und dann passierte etwas, dass das Thema Schlaganfall für mich mitten in meinen Alltag katapultierte. Eine meiner Kolleginnen hatte relativ kurz nach der Geburt ihrer zweiten Kindes einen Schlaganfall. Unvorstellbar. Ich konnte es nicht fassen. Aus dieser Situation heraus nahm ich dieses Buch in die Hand. Ich erhoffte mir Einblicke in den Ablauf eines Schlaganfalls, etwas medizinisches Grundwissen zu dieser Krankheit und nicht zuletzt mehr über die Genesung.

Ein Stück Klappentext.

Als Raum und Zeit eins wurden.

Ungeheuer eindringlich beschreibt die Hirnforscherin Jill B. Taylor ihren eigenen Schlaganfall, der sie von einem Moment auf den anderen in einen Zustand jenseits von Zeit und Raum versetzt. Ihre Grenzerfahrung hat sie in einem mitreißenden Bericht festgehalten, der uns über das Wunder unseres Gehirns staunen lässt. Eine faszinierende Reise in die Tiefen des menschlichen Bewusstseins und die spannende Geschichte einer starken Frau, die an der Schwelle zum Tod das Nirwana entdeckte und heute – völlig geheilt – wieder Medizinstudenten unterrichtet.

Was macht dieses Buch mit mir.

Ich hatte mir also relativ viel erhofft.

Meine hoch angesetzten Erwartungen konnte das Buch nicht erfüllen. Ich fand die rein medizinischen Beschreibungen langweilig. Das darf mich jetzt nicht wundern, denn ich bin weder ein großer Sachbuch-Fan, noch kann ich behaupten, dass ich Anatomie oder ähnliches jemals besonders spannend gefunden hätte.

Am meisten hat mich die Schilderung des eigentlichen Schlaganfalls eingenommen. Wow! Allein die Vorstellung, dass jemand so etwas schreckliches erlebt und sich dessen so vollkommen bewusst ist. Dr. Taylor war zu jedem Zeitpunkt ganz genau bewusst, was in ihrem Körper vor sich geht. Sie wusste ganz genau was mit ihr los war ohne auch nur das geringste dagegen tun zu können.

Ich definiere Verantwortung als die Fähigkeit zu entscheiden, wie wir in jedem Moment auf eine Stimulation reagieren, die über unser sensorisches System in uns eindringt.

Gegen Ende driftet das Buch für mich zu sehr in Richtung Selbsthilfebuch ab. In meinen Augen ist das nicht nötig. Für mich wäre es ausreichend gewesen den Fokus auf Jill Taylors Geschichte zu lassen ohne am Ende noch den Zeigefinger zu erheben. Dass jeder von uns eine gewisse Verantwortung für sein Leben trägt, sollte doch inzwischen klar sein.

Insgesamt ist das Buch ganz okay.

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