Protokolle der Gegenwart

Gedichte: Sandra Gugic

Illustrationen: Oliver Hummel

Lyrik und ich. Dazu muss ich nichts weiter sagen. Ich mag dieses Experiment. Ich bin unendlich froh, dass Lyrik-Abo Ende Februar mit vier Neuerscheinungen in die nächste Runde geht. Denn mein Protokolle der Gegenwart ist das vorerst letzte Buch vom Verlagsaus Berlin, das hier bei mir zuhause liegt.

Ich liebe die detailverliebte Gestaltung und all die Energie, die das Team des Verlagshaus Berlin in jedes einzelne dieser kleinen Kunstwerke steckt. Ich spüre, wie sehr ihr hinter eurer Autoren steht. wie sehr euch diese Bücher am Herzen liegen. Wie viel ich als Lesender euch bedeute.

Ein Stück Klappentext.

In ihrem Lyrikdebüt protokolle der gegenwart bewegt Sandra Gugić sich entlang der Oberflächen und Tiefenströmungen der Gegenwartssprache: auf verschiedenen ebenen kombinierbare aneignungspraktik / von geschichte. Gugic greift in die Struktur der Sprache ein, transformiert Syntax, seziert Syntagma, schneidet Wortmaterial zusammen. Wenn der Wortstrom ins Stocken gerät, bricht die Oberfläche zu Wortketten auf, die in die Tiefenstruktur vordringen: logik lüge libido, naming shaming blaming. So erzeugt Sandra Gugić dreidimensionale Wortnetze, in denen sie die Gegenwart einfängt und zu einem friendly wordfire transformiert. Darin verwebt sie alle denkbaren Diskurse der Gegenwart: Flucht, Gender, Heimat, Computerspiele, Nahrungsmittelverpackungen. Die Gewaltsamkeit der Sprache wird gleichzeitig ausgestellt und durchkreuzt, denn dabei haben wir diese sprache aus eigenen mitteln finanziert.

protokolle der gegenwart ist ein mitreißender Sprachstrom aus dem postkutschenzeitalter des individualismus, in dem Gugić in drei Kapiteln eine Karte der Gegenwart entwirft, von schreien zu schreiben.

im kopf der erzählerin laufen alle widersprüche zusammen

wort satz sekunde zur richtigen zeit am falschen ort und vice versa

der vollständige gedanke

soll ich

Was macht dieses Buch mit mir.

Ich verspreche dir das hier wird keine ausführliche Analyse von irgendwas. Ich habe nicht das Gefühl diese Lyrik in ihrer Gesamtheit oder auch nur ansatzweise begreifen zu können.

Also erzähl ich dir viel lieber von den Gefühlen, die Sandra Gugi´c mit Ihren Worte in mir auslöst. Denn die gefallen mir sehr. Ich fühle mich ertappt, denn einige Ihrer Sätze bilden meine Gedanken so unfassbar gut ab.

sequenzen eines austauschs bedeuten

die grenzen meiner sprache die grenzen

meiner welt

Ich steige noch nicht dahinter. Was steht dahinter, wenn Sätze ineinander fließen? Wie sehr darf/kann/muss das Layout eins Textes darauf einwirken, wie ich dieses Text verstehe? Helft mir! Ich bin für jede Erklärung offen.

Lyrik und ich.

Wir fangen an miteinander warm zu werden.

Es ist nicht die große Liebe. Das wird es wohl nie sein. Es sind schöne Begegnungen, es ist wie einen Menschen langsam besser kennen und schätzen zu lernen.

Es ist schön etwas neues zu entdecken.

Bitte mehr davon!

am rand ist der druck am stärksten besser ist es

in der mitte in der masse zu bleiben

(Vielleicht ist es einfacher, aber ich glaube ich bin für den Druck gemacht. Denn genau dann blühe ich auf.)

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