Ich, Unica – Kirstine Reffstrup

aus dem Norwegischen von Elke Ranzinger

erschienen im fabelhaften Nordverlag (das kleine Heftchen fasst die Liste meiner gelesenen Bücher seit 2016 – liebe es über alles)

Ich habe nicht so viele Worte für dieses Buch. Das liegt nicht daran, dass ich es gut oder schlecht fand. Ich bin nicht sprachlos – weder positiv noch negativ. Es fällt mir insgesamt schwer diesen Text für mich einzuordnen. Aber dazu später mehr.

Hier kann ich die Vergangenheit am ausgestreckten Arm von mir halten. Und dennoch ist sie immer um mich.

Dieser Satz hat mich umgehauen. Ich war super aufgeregt, was da vor mir liegt.

Ein Stück Klappentext.

Es ist 1957, das Künstlerehepaar Unica und Hans hat sich vom Leben in Paris und Berlin in ein Haus im französischen Dorf Ermenonville zurückgezogen. Als Hans eines Tages einen Brief eines Kunsthändlers erhält, der ein neues Werk kaufen möchte, beginnen er und Unica damit, dieses Werk zu schaffen: Eine Puppe in Lebensgröße. Während Unica die Jacke der Puppe näht, verliert sie sich langsam in den Erinnerungen an ihr früheres Leben vor und nach dem Krieg in Berlin und in der Abgeschiedenheit des Hauses. 

Ich, Unica ist eine literarische Fantasie über historische Personen, die Zeichnerin und Autorin Unica Zürn (1916-1970) und ihren Mann, den Künstler Hans Bellmer (1902-1975). 

Mit Nachwort über Unica Zürn von Julia Korbik.

Was macht dieses Buch mit mir.

Ich war schon lange nicht mehr so verwirrt. Während des Lesens und noch lange danach. Ich spüre noch jetzt – Wochen nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe – dieses seltsame Gefühl.

Es ist leicht sich in der Welt verloren zu fühlen, die hier aufgespannt wird. Der Mikrokosmos in dem sich Unica Zürn bewegt. Ihr hier und jetzt, das immer mehr verschwimmt, sich immer mehr vermischt mit mit den Erinnerungen und Gefühlen aus Ihrer Vergangenheit.

Ob es mir leichter gefallen wäre diese sehr lyrische Fantasie rund um das Leben von Unica Zürn zu lesen, wenn ich mich vorher mit ihrer Person und ihrem Leben befasst hätte? Ja. Definitiv. Mit jedem Wort aus dem Nachwort wurde mir der Text klaren. Je mehr ich über ihr tatsächliches Leben erfahren habe, desto mehr erschloss sich mir das vorher Gelesene.

Fazit: ich versuche mich jetzt intensiver mit AutorInnen und den Figuren – besonders, wenn es um historisch existierende Figuren geht – informieren.

… , der Krieg ist ein Schorf um die Herzen.

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