Gelesen | Kain und Abel – Jeffrey Archer

Manche Bücher finden auf sehr unkonventionellen Wegen zu mir. So auch dieses. Alles begann mit einem Gespräch und der Frage: „Wenn du mir nur drei Bücher empfehlen dürftest, welche wären das?“ Fragen dieser Art finde ich ganz furchtbar. Deshalb antwortete ich mit Gegenfragen. Etwa folgende: „Nur Romane oder auch Sachbücher und was ist eigentlich mit Kinderbüchern?“ oder „Welche Bücher würden denn auf deiner Liste stehen?“ Du merkst sicher, dass dies Ausflüchte einer Frau mit gut gefüllten Bücherregalen sind. Ich hänge mein Herz gerne an Bücher und doch ändert sich meine Beziehung zu bestimmten Büchern immer wieder. Manche Bücher habe ich gedanklich in Kisten gesteckt auf den „Liebte ich als ich auf dem Gymnasium war“ oder „Hat mich durchs Studium begleitet“ oder „Hat mir den Sommer verzaubert“ stehen. Nicht jede Kiste krame ich gerne hervor, aber jede erzählt eine Geschichte. Nicht nur die Geschichte im Buch, sondern auch eine Geschichte über die Maren, die ich zu diesem Zeitpunkt war. Über die Menschen, die mir wichtig waren und es vielleicht heute nicht mehr sind oder eben doch. Über die Emotionen, die ich beim Lesen durchlebt habe. Was zu diesem Zeitpunkt gerade mein liebstes Erfrischungsgetränk war – kleiner Tipp: es war nicht schon immer Bitter Lemon. Die großen Entscheidungen, die vor mir lagen. Die großen Ängste, die ich heute – zumindest teilweise – hinter mir gelassen habe. Ich will mit dir ehrlich sein, ich werde auf diese Frage niemals gleich antworten und wenn du sie mir stellst, dann ist meine Antwort vielleicht auch eine andere, weil du nicht die gleicher Person bist, die mir diese Frage stellt. Mein Gesprächspartner antwortete aber auf die Frage sehr klar. Nun das erste Buch zu benennen viel ihm leicht. Es war dieses:

Kain und Abel – Jeffrey Archer.

Jetzt muss ich dir gestehen, dass ich mich bis dahin kaum mit den Büchern von Jeffrey Archer befasst hatte. Ich habe sie lange Zeit als historische Romane abgetan und als etwas das mich deshalb nicht interessiert. Und dann hatte ich diese Unterhaltung und mein Bild änderte sich ein bisschen. Ich wurde neugierig auf eine Struktur, die klang als wäre sie für mich gemacht. Also ging Maren schnurstracks in ihre Lieblingsbuchhandlung und fragte nach diesem Buch. Und wurde enttäuscht. Gerade nicht verfügbar wird erst 2018 wieder neu aufgelegt. Du weißt vielleicht nicht wie ungeduldig ich sein kann, aber ich wollte dieses Buch lesen. Unbedingt. Jetzt. Am liebsten Gestern. Aber nicht erst 2018. Auf keinen Fall! Das war keine Option für mich. Weil ich mich aber nicht Problemen zufrieden gebe, habe ich mich auf die Suche nach einer Lösung gemacht und die hieß: gebrauchte Bücher. In diesem Fall eine Hardcover Ausgabe aus dem Jahr 1999.

Ich begann zu lesen. Anfangs war ich skeptisch, denn der Anfang des Buches lässt nicht im Geringsten darauf schließen in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird. Ich möchte auch nicht zu weit voraus greifen, denn wenn du dieses Buch  noch lesen möchtest, dann will ich die letzte sein, die dir den Spaß daran raubt. So viel sei gesagt: Die Geschichte baut einen strategischen Spannungsbogen auf, der quälender nicht sein könnte und die Art und Weise, wie die Schicksale dieser beiden Männer verwoben, sind sucht ihres Gleichen.

Es war mir eine große Freude dieses Buch zu lesen und es war 2017 eines meiner großen Highlights. Im März 2018 erschien die komplett überarbeitete Ausgabe im Heyne Verlag und ich bekam diese vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Handlung und Personen blieben im Vergleich zum Original gleich. In meinen Augen hat Jeffrey Archer lediglich kleine Schönheitskorrekturen an seinem Werk vorgenommen.

Im Lauf des Jahres 2017 las ich auch den zweiten Teil „Abels Tochter“ und schließlich den dritten Teil im englischen Original „Shall we tell the President“. Mein Fazit zu beiden Büchern, sowie ein gesamtes Fazit zu dieser Saga möchte ich dir nicht vorenthalten. Auch dieses wirst du bald auf dem Blog finden.

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