Gelesen|Olga – Bernhard Schlink

In der letzten Woche habe ich Olga von Bernhard Schlink gelesen. Das Buch habe ich in der Buchgalerie in Hof gekauft, nachdem ich eine wunderbare Unterhaltung mit der Buchhändlerin meines Vertrauens hatte, die mir den Erzählstil von Bernhard Schlink ans Herz gelegt hat. Dann ist mir noch eingefallen, dass ja auch Der Vorleser vom gleichen Autor ist und das mochte ich damals in der Schule wirklich sehr gerne. Jedenfalls den Erzählstil, denn die Geschichte fand ich schon ziemlich gewagt. Außerdem gibt es ja eine große Welle der Begeisterung, die bezüglich dieses Buchs über Instagram schwappt. Wobei ich gestehen muss, dass ich bei so Begeisterungswellen tendenziell eher vorsichtig werden. Dennoch hat das Buch seinen Weg zu mir gefunden und gerade eben habe ich es zu Ende gelesen.

Das Buch hat mir von Anfang an durch den schönen Erzählstil in seinen Bann gezogen. Bernhard Schlink kann erzählen und das kann er gut. In drei Abschnitten erzählt er aus verschiedenen Perspektiven von Olga, einer Frau, die kämpft und sich findet. Von einem Mann, der träumt und sich in seinen Träumen verliert. Die Erzählung handelt von einem Leben zwischen Wirklichkeit und Sehnsucht und vom Aufbegehren gegen gesellschaftliche Konventionen.

Es fiel mir schwer in die Geschichte hineinzufinden, weil ich Herbert vom ersten Moment an unsympathisch fand und nicht verstehen konnte, warum Olga Herbert so sehr geliebt hat. Dennoch ist das Buch gefüllt mit Weisheiten über Liebe:

Sie sagte sich, dass man in der Liebe einander nicht verfügbar ist, sondern ein Geschenk, und dass man einander auch im Brief ein Geschenk sein kann.

Und dann ist da immer wieder das Thema der Sehnsucht. Die Sehnsucht die Herbert und Eik und viele andere junge Männer dieser Zeit in sich trugen. Eine Sehnsucht, die sie sich nicht erklären können und die Olga nicht nachvollziehen kann:

Aber auch er will irgendwohin, wo er nicht ist, er weiß nur nicht, wohin.

Ich liebe wie Bernhard Schlink Olga Worte über Beständigkeit in den Mund legt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass dies ein Charakterzug ist, den ich in mir wiederfinden kann. Veränderungen haben für mich einen besonderen Reiz, der von mir fordert aus meiner Wolhfühl-Zone abzubrechen. Dennoch ist das nicht einfach für mich und dann fühle ich mich wie Olga:

Ich hänge an Menschen und Orten, ich brauche Dauer und ich hasse Bücher, ich lebe ein Leben der Beständigkeit.

Mein Fazit zum Buch: Das Buch war für mich insgesamt wie Kaffee mit Milch. (Das entspricht 2/4 auf meiner neuen Bewertungsskala, die ihr gerne hier nachlesen könnt. Damit fühle ich mich wohler als mit der klassischen 5-Stufigen Bewertungsskala, denn ich habe einen Hang dazu mich nicht entscheiden zu können und nehme mir hiermit bewusst die Tendenz zur Mitte) Es fehlte für mich das gewisse Etwas – der Zucker – der das Buch zu etwas besonderem macht. Versteht mich nicht falsch ich habe es gerne gelesen.

Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie ist eure Meinung dazu? Was haltet ihr grundsätzlich von Bernard Schlink?

Schönen Abend euch!

Maren

3 Kommentare zu „Gelesen|Olga – Bernhard Schlink

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