Gelesen | Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Die Bücherdiebin von Markus Zusak ist eines der Bücher, die sich ganz fest in meinem Herzen eingenistet haben und da auch nicht mehr weggehen werden. Ich konnte lange nicht sagen, warum mich dieses Buch so fasziniert, aber inzwischen – einige Jahre und Rereads später – kann ich meine Gefühle dazu besser einordnen.

Da ist auf der einen Seite diese Anziehungskraft, die Bücher in Verbindung mit dem Zweiten Weltkrieg grundsätzlich auf mich haben. Warum das so ist? Keine Ahnung. Aber es stimmt. Bücher, die sich mit dieser Zeit und den Schicksalen der Menschen, die darin lebten befassen, finden immer wieder ihren Weg in meine Hände und so auch dieses Buch.

Zum ersten Mal treffen Lisel und ich uns als ich vielleicht 16 oder 17 Jahre alt bin. Schon zu dieser Zeit ahne ich, dass ihr Schicksal mich so schnell nicht loslassen wird, denn es ist eines der außergewöhnlichsten Bücher, dass ich bis dahin gelesen haben soll. Und auch jetzt fast 10 Jahre später greife ich immer wieder zu diesem Buch. Heute wie gestern berührt mich diese eine Geschichte so wie keine andere.

Worum geht es?

Deutschland 1939. Der Tod hat viel zu tun, und er hat eine Schwäche für Liesel.

Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem „Handbuch für Totengräber“ ist eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten geweckt, die sie auch dann nicht verlässt, als ihre Welt in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bobennächte über München – und sie überlebt: weil der Tod sie ins Herz geschlossen hat.

Meine Gedanken zum Buch

Der Vorhang öffnet sich. Ein Mädchen mit tritt ins Bild – lesend.

Zuerst die Farben.

Dann die Menschen.

So sehe ich die Welt normalerweise.

Ich versuche es zumindest.

Die Geschichte wird aus der Sicht des ‚Todes‘ erzählt. Kann das etwas werden oder soll ich das Buch gleich wieder weglegen? Ein Glück, dass ich grundsätzlich kein Buch wieder weglege, sondern gewillt bin jedem Buch bis zum letzten Satz eine Chance zu geben.

Lisel kann nicht lesen – noch nicht und doch ist das diese Anziehungskraft, die dich Bücher auf sie ausüben. Also fängt sie an Bücher zu stehlen. Lernt mit der Zeit Lesen und Schreiben und Lieben.

Denn die Pflegefamilie in die Lisel hineinkommt ist eine besondere. Die Himmelstraße ist gefüllt mit Menschen, die ich mit der Zeit ins Herz geschlossen habe. Rosa und Hans Hubermann, die so viel mehr Liebe in sich tragen, als man im ersten Moment ahnen kann. Die Familie Steiner und insbesondere Rudi Steiner – der junge mit den zitronengelben Haaren, der unsterblich in Lisel verliebt ist. Und ich muss zugeben ich verliebe mich beim Lesen auch immer wieder neu in diesen Jungen.

Was ist schlimmer als ein Junge, der dich hasst? Ein Junge, der dich liebt!

Dieses Buch – die Geschichte bricht mir immer wieder das Herz. Jedes einzelne Wort, jede einzelne Person ist so besonders. Ich habe viele von ihnen schon vor langer Zeit ganz fest in mein Herz geschlossen. Ich habe gelacht und geweint, war hoch erfreut und furchtbar wütend. Ich habe getrauert und ich habe losgelassen. Ich habe meinen Frieden geschlossen.

Eine letzte Anmerkung eures Erzählers

Ich bin von Menschen verfolgt

Dieses Buch ist eines meiner liebsten Bücher und wird es wohl für immer bleiben.

Habt ihr es schon gelesen? Wie ist eure Meinung dazu?

4 Kommentare zu „Gelesen | Die Bücherdiebin – Markus Zusak

  1. Die Bücherdiebin ist auch eins meiner liebsten Bücher – wenn ich auch die englische Originalfassung der Übersetzung vorziehe und gestehen muss, dass ich es nie geschafft habe die deutsche Übersetzung komplett zu lesen, da ich immer schon nach wenigen Seiten enttäuscht war vom fehlenden Gefühl und doch wieder zur englischen Ausgabe gegriffen habe. (Wenn ich schon den deutschen Klappentext lese …)

    Wie dem auch sei: Ein ganz wunderbares Buch mit einer herzergreifenden Geschichte und bezaubernden Charakteren. So poetisch und tiefsinnig und zudem noch so besonders erzählt und schön gesetzt (ich glaube auch das geht in der deutschen Übersetzung leider etwas verloren). Und tatsachlich war damals in der Buchhandlung der einzige Grund, warum ich das Buch mitgenommen habe der, dass der Tod die Geschichte erzählt. Ich fand das so besonders, dass es mich in dem Moment nicht mal mehr interessiert hat, worum es denn sonst noch gehen könnte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil ich fand viel mehr in dem Buch, als ich überhaupt erwartet hatte.
    Nach dem ersten lesen habe ich das Buch zugeklappt und einfach wieder von vorne angefangen. So besonders fand ich das Buch und halte es, fast 10 Jahre und unzählig viele gelesene Bücher später, noch immer für eins der besondersten Bücher überhaupt.

    1. Ich muss zugeben, dass ich das englische Original bislang noch nicht gelesen habe, wobei es mich schon sehr reizt! Ich kann dir nur zustimmen: Eine der außergewöhnlichsten Erzählweisen, die mir je zwischen die Finger geraten ist! Das Buch verlangt mir immer wieder die gesamte Gefühlspalette ab und gerade das macht es zu etwas so besonderem für mich! Schön, dass es dir auch so am Herzen liegt! <3

  2. Oh Maren, ich freue mich so doll, dass du auch endlich einen Blog hast und bin schon supergespannt was so kommt in nächster Zeit!

    Ich fand die Bücherdiebin nicht so toll, aber ich habe im Gegensatz zu dir auch generell mit WK2-Literatur Probleme. Ich scheue mich auch wahnsinnig davor Anne Frank mal in die Hand zu nehmen. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich im Geschichte-LK 2 Jahre im Abi und später in meinen ganzen 2 Semestern Geschichtsstudium so stark damit beschäftigt habe und erstmal eine Pause brauche.

    Aber ich freue mich, dass es dir gefallen hat!

    Willst du eigentlich auch Sternebewertungen einführen oder boykottierst du das System 😉

    1. Da geht es dir so wie mir! Ich freu mich schon wahnsinnig drauf mich hier noch weiter austoben zu können!

      Das kann ich mir vorstellen, dass das nicht so leicht ist, wenn man mit einem Thema so extrem lange intensiv beschäftigt hat. Anne Frank habe ich als Jugendliche gelesen – vielleicht ist es manchmal besser, wenn man nicht vorher schon alle Hintergründe und politischen Wendungen bis ins kleinste Detail kennt.

      Oh ja … Sterne … an die hab ich gar nicht gedacht … Ob es Sterne werden weiß ich noch nicht, vielleicht werden es auch Kaffeetassen, aber ich denke schon, dass ein ähnliches System hier noch einziehen wird 😉 (Ich hatte gelinde gesagt, nicht daran gedacht … )

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